1,75 Jahrhunderte führte hier kein Weg vorbei

175 Jahre TSB Schwäbisch Gmünd – weit mehr als „nur“ ein Verein: Hier treffen sich Sportlerinnen und Sportler in 30 Sportarten an unterschiedlichsten Standorten der Stadt. Der TSB ist zudem einer der ältesten Sportvereine des Landes und hat noch viele Visionen.
  • Bei der Gala zum Jubiläum: Ralph F. Wild, Peter Jursch, Christian Kemmer und Eva Bleicher (v. li.) Foto: JF-FotoStyle

Schwäbisch Gmünd. Hatte er wirklich schon das große Ganze im Blick? War er ein Trendsetter seiner Zeit? Ein Visionär? Würde Johannes Buhl heute damit konfrontiert werden, was aus der Gründung des TSB Schwäbisch Gmünd vor 175 Jahren geworden ist, wahrscheinlich wäre er sprachlos. Und dennoch dankt ihm auch der heutige Vorsitzende Peter Jursch von Herzen: „Buhl hat den Grundstein gelegt für unseren heutigen Vielspartenverein. Tausende Menschen fühlen sich in ihm bis heute wohl. Er ist Heimat und Hobby zugleich.“ Was Jursch und Buhl vereinigt? Die beiden sind die Menschen, die am längsten dem TSB vorstanden in seiner 175-jährigen Geschichte.

Am Pfingstmontag, 10. Juni, wird der TSB 175 Jahre alt.

Wie heißt es so schön: In der Vergangenheit zu leben, ist wenig sinnvoll. Und die Zukunft ist nur eine Vision. Daher blicken wir aus der Sicht des heutigen Tages auf den TSB Schwäbisch Gmünd, einer der größten in der Stadt.

Diverse Sportstätten

30 Abteilungen kann er inzwischen vorweisen. Dabei stehen den Sportlerinnen und Sportlern diverse Sportstätten zur Verfügung. „Wir nutzen sehr viele unterschiedliche Einrichtungen. Überall in der Stadt ist der TSB vertreten“, sagt der Vorsitzende Peter Jursch. Doch er zeigt auch auf, dass damit einige Schwierigkeiten nicht ausbleiben: „Wir sind kein Dorfverein, zu dem sich jeder zugehörig fühlt. Nein, der TSB ist ein ganz besonderes Konstrukt. Wir können nicht verlangen, dass die Verbundenheit in einer Stadt der Größe Gmünds so groß ist wie in umliegenden Dörfern. Vielmehr sind wir ein großer Dienstleister mit einem noch größeren Angebot“, betont Jursch. Und dennoch, das zeige sich vor allem in dem in Schwäbisch Gmünd seit jeher so publikumsträchtigen Handballsport, stehe die TSB-Gemeinschaft wie eine Eins hinter dem Verein.

Handball ist ein Zugpferd

1000 Zuschauer? Im Handball keine Seltenheit. Und, vor allem jetzt nach dem aktuellen Aufstieg der ersten Mannschaft in die Baden-Württemberg Oberliga, rechnet der Verein mit einem weiteren Schub. Jursch und sein Vorstandsgremium sind froh darüber: „Der Handball ist natürlich eines unserer Zugpferde. Wie auch der Fußball. Wir sind stolz, was dort in den letzten Jahren entstanden ist. Nicht nur im Hinblick auf die Aktiven, sondern auch mit Blick auf die Jugend.“ Viele Projekte sind angestoßen und auf einem sehr guten Wege.“ Diese hätten immer das Ziel, die Säulen des TSB allesamt zu berücksichtigen.: den Leistungssport ebenso wie den Breiten- und den Gesundheitssport. Daher sei auch das Bestreben im Verein und Vorstand nach einem eigenen großen Sportpark im Laichle so groß. Christian Kemmer, einer der Stellvertreter des Vorsitzenden, erläutert: „Wir brauchen den Sportpark als ein Projekt für die Zukunft.“ Daher liefen alle Vorbereitungen seit vielen Jahren in eine Richtung: Baubeginn im Laichle. „Noch“, so betonte Kemmer, „sind einige Vorarbeiten zu leisten. Aber wir sind auf einem guten Weg. Mehr wird das zweite Halbjahr unseres Jubiläumsjahres zeigen.“

Einer der ältesten Vereine

Apropos Jubiläum: Mit 175 Jahren ist der TSB einer der ältesten Sportvereine des Landes. Älter gar als der Schwäbische Turnerbund. Kein Wunder, dass man auch bei den Gmündern selbst die Bedeutung dieser 1,75 Jahrhundert ganz hoch einordnet. Und mit der wahrscheinlich größten und schönsten Akrobatik- und Sportgala der Gmünder Geschichte bereits im Januar feierte: „Schon jetzt denken wir darüber nach, in den nächsten Jahren erneut eine Gala zu veranstalten, nachdem der Erfolg so groß war“, sagt Christian Kemmer.

Festakt im Herbst

Im Herbst wird der Verein mit einem Festakt die 175 Jahre offiziell feiern, andere Projekte warten dazwischen. Und natürlich hat der Verein schon von Beginn des Jahres an mit einer großen Festschrift auf die letzten 1,75 Jahrhunderte zurückgeblickt – und darin gezeigt, dass er trotz Tradition und Geschichte eines ist, was er immer sein wird: hochmodern, mit Visionen für eine noch sehr große Zukunft.

Damit das Jahr 1844 noch möglichst lange in Erinnerung bleibt.

Vor allem an diesem 10. Juni, dem Gründungstag vor 175 Jahren. Ralph F. Wild

© Gmünder Tagespost 07.06.2019 22:39
565 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.