Chaos an den Gleisen - Bahnreisende machen ihrem Ärger Luft

Zahlreiche Ausfälle und Verspätungen zwischen Aalen und Stuttgart sowie zwischen Ellwangen und Crailsheim
  • Foto: kf

Aalen/Schwäbisch Gmünd. Kein erfolgreicher Start für Go-Ahead in den Berufsverkehr an der Remsbahn. Viele Pendler haben am Morgen zwischen 5 und 8 Uhr Zugausfälle und zahlreiche Verspätungen gemeldet.

Großes Manko: Die fehlende Information an die Fahrgäste. "Es gibt keine aktuellen Anzeigen, keine Durchsagen und keine Online-Auskunft, wie und wann es wirklich weitergeht", sagt Redakteurin Kerstin Fuchs.

Nicht nur die Remsbahn ist betroffen, sondern auch die Züge zwischen Ellwangen und Crailsheim rollen noch nicht. Laut Go-Ahead entfallen dort alle Verbindungen. Ein Notverkehr mit Bussen ist eingerichtet.

Go-Ahead nennt zwei Probleme. Ein "Dispositionstool" ist ausgefallen. Der EDV-Fehler führt dazu, dass zwischen Ellwangen und Crailsheim am Montag keine Züge fahren. Das zweite Problem sind die Trittbretter und die unterschiedlichen Bahnsteighöhen. Deshalb öffnen auf der Remsbahn oftmals die Türen nicht. Der Hersteller, die Firma Stadler, sei dran, heißt es von Seiten von Go-Ahead.

"Wir tun wirklich alles, die Probleme so schnell wie möglich abzustellen", sagt ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage der SchwäPo und der Tagespost. Er ist zuversichtlich, dass sich im Laufe der Woche alles "einruckelt" und der Bahnverkehr spätestens nach den Pfingstferien funktioniert.

Indessen machen Pendler und Bahnreisende ihrem Ärger Luft. Das sei kein guter Start von Go-Ahead, schreibt einer. Ein anderer erinnert daran, dass doch alle die Hoffnung hatten, dass es mit dem Fahrplan- und Betreiberwechsel endlich besser wird. Die Bahnkunden kämen vom Regen in die Traufe, meint ein weiterer.

© Gmünder Tagespost 11.06.2019 10:46
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Kommentare

Eva Bublitz

Das Einzige, was heute Morgen funktioniert hat, war der Fahrkartenautomat (erwähnenswert, weil letzte Woche bei DB nicht gegeben!). Zwischen 7:20 und 8:10 fuhren laut  App und Anzeige am Bahnsteig zwei RB pünktlich von GD nach AA - müssen wohl Geisterzüge gewesen sein, denn keine*r hat sie je zu Gesicht bekommen! Der dritte, ein IRE, hatte zuerst 15 Minuten Verspätung, fuhr dann aber doch überhaupt nicht. Ende des Liedes: eine Fahrkarte von Ostalb mobil, die nicht erstattet wurde und ein Familientaxi nach Oberkochen (incl. Leerfahrt zurück, weil das Auto tagsüber in GD gebraucht wird). So sieht die Verkehrswende also aus. 

Grzegorz Lippe

Ich lach mich kaputt: weiß Gott wie viele Jahre Vorbereitungszeit und niemandem ist vorher aufgefallen, dass die Bahnsteige nicht zu den Zügen passen???

@Redaktion: haben Sie ggf. den Sachverhalt für den Artikel etwas vereinfacht? 

Alexander Gässler Redakteur

Danke für Ihre Nachricht. Die unterschiedlichen Bahnsteighöhen scheinen das Problem zu sein. Go-Ahead hat weitere Informationen im Laufe des Tages angekündigt. Dann werden wir den Sachverhalt sicher näher erläutern können.

Grzegorz Lippe schrieb am 11.06.2019 um 11:11

Ich lach mich kaputt: weiß Gott wie viele Jahre Vorbereitungszeit und niemandem ist vorher aufgefallen, dass die Bahnsteige nicht zu den Zügen passen???

@Redaktion: haben Sie ggf. den Sachverhalt für den Artikel etwas vereinfacht? 

 

Saitenschuft

Ein Dispositionstool welches nicht funktioniert, Bahnsteigkanten, die nicht kompatibel zu den Zügen sind...

Was sind das für Unternehmen, denen solche Fehler unterlaufen? Haben die keine Erfahrung? Wer gibt denen eine so wichtige Funktion in die Hände? Arbeiter und Angestellte die Ihre Arbeitsstelle nicht erreichen oder dann in die eigene Tasche greifen müssen um ein Taxi zu bezahlen.

Aber wichtig, dass alles privatisiert wird. Privatisierung ist die Zukunft? In meiner Jugend fuhren Züge und Bussse überall hin. Verspätungen gab es auch aberdie bewegten sich in 5-10 Minuten Bereichen.

Heute regieren die Manager der privaten Unternehmen den ÖPNV. "Unrentable" Strecken werden ohne Rücksicht stillgelegt. Der Güterverkehr wird mit immer größern LKW in immer länger werdenden Schlangen auf den Autobahnen transportiert. Rastplätze von den LKW überflutet, Fahrer ausgebeutet usw.

Aus meiner Sicht das Zeichen von massivem Lobbyismus und einer total verfehlten Verkehrspolitik der Regierungen der vergangenen Jahrzehnte.

Es wird alles dem Kapital und den Shareholdern geopfert. Es wird wirklich Zeit für Änderungen!

jlenz

...was ich immer befürchtet hatte, bestätigt sich heute...es wird durch den Betreiberwechsel vieles anders, aber nichts besser...!

Sorry, hat denn hier im Vorfeld keine Probefahrt stattgefunden?

Merke ich als Betreiber erst im regulären Betrieb, dass die Züge mit den unterschiedlichen Bahnsteighöhen ein Problem haben?

Und dann wird heute früh der massiv verspätete 06:35 Uhr GoAhead nach Stuttgart nur ein paar Minuten vor dem IC der Deutschen Bahn auf den Weg geschickt, so dass der IC die ganze Strecke hinterherfahren musste und eine Verspätung von 20 Minuten aufgebaut hat.

Als Pendler kann man nur noch fassungslos mit dem Kopf schütteln!!!

Sonja Thorwart

Ich wollte heute Morgen um 5:05 Uhr fahren. Leider kam dieser Zug nicht, genauso wie 5:35 und 6:00. Der Zug 6:05 kam schließlich und fuhr dann 6:21 ab. Bei jeder Haltestelle wurde eine Türstörung durchgegeben und jedesmal mindest 10 Minunten Wartezeit. In Schorndorf wurden wir den gebeten den Zug zu verlassen und mit der SBahn weiterzufahren. 8:30 war ich dann glücklicherweise in Stuttgart.

Ein absolutes Unding und die Vorschusslorbeeren an Go-Ahead umsonst vergeben. Ich war ja schon einiges von der DB gewöhnt aber dies war wirklich ein Hammer heute.

Krischke

Sonja Thorwart schrieb am 11.06.2019 um 14:16

Ich wollte heute Morgen um 5:05 Uhr fahren. Leider kam dieser Zug nicht, genauso wie 5:35 und 6:00. Der Zug 6:05 kam schließlich und fuhr dann 6:21 ab. Bei jeder Haltestelle wurde eine Türstörung durchgegeben und jedesmal mindest 10 Minunten Wartezeit. In Schorndorf wurden wir den gebeten den Zug zu verlassen und mit der SBahn weiterzufahren. 8:30 war ich dann glücklicherweise in Stuttgart.

Ein absolutes Unding und die Vorschusslorbeeren an Go-Ahead umsonst vergeben. Ich war ja schon einiges von der DB gewöhnt aber dies war wirklich ein Hammer heute.

Diese Erfahrung habe ich auch am Halt "Schwäbisch Gmünd" machen dürfen, jedoch erst ab dem 05:51 Zug. Was mich jedoch fasziniert hat, war die Tatsache das die Züge laut der App "db Navigator" gefahren sind. Hier würde mich schon interessieren, wie das zustande kam. Auch die Kommunikationspolitik war ein Desaster, in Schorndorf wurden alle aus dem Zug gebeten. Die Durchsagen am Gleis wurden jedoch so getätigt, als ob dieser Zug noch nach Stuttgart fahren würde.

Die Gleishöhen dürften doch nicht erst seit heute bekannt sein, oder?

Grzegorz Lippe

Krischke schrieb am 11.06.2019 um 14:54

Die Gleishöhen dürften doch nicht erst seit heute bekannt sein, oder?

Und an Pfingsten fuhren die Züge ohne Türplrobleme, oder? Vielleicht lag es doch an etwas anderem... :/