Generalprobe für das Vorstellungsgespräch

Die Schülerinnen und Schüler des Landesgymnasiums für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd haben beim Bewerbungstraining der SDZ Druck und Medien GmbH und der Kreissparkasse Ostalb wertvolle Tipps für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch erhalten.
  • Schüler Marc Rapp (li.) musste während des Gmünder Bewerbungstrainings am Landesgymnasium für Hochbegabte einige Fragen von Ausbildungsleiterin Manuela Trinkhaus (M.) und Personalchef Joachim Fischer (r.) von der Kreissparkasse Ostalb beantworten. Foto: als
  • SDZ-Marketingleiter Wolfgang Grandjean (li.) erörtert gemeinsam mit den Schülern den Verlauf des Vorstellungsgesprächs. Foto: als

Schwäbisch Gmünd. Bevor für viele Schülerinnen und Schüler nach der Schule mit dem Start in die Berufswelt ein neuer Lebensabschnitt beginnt, muss zunächst einmal die erste große Hürde überwunden werden: überhaupt einmal eine Lehrstelle im Wunschberuf zu bekommen. Wie man das am besten anstellt und welche Fettnäpfchen es dabei besser zu vermeiden gilt, haben die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 und 11 des Landesgymnasiums für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd am Dienstag beim Bewerbungstraining der Kreissparkasse Ostalb und der SDZ Mediengruppe erfahren.

Unternehmen kämpfen um Azubis

Wolfgang Grandjean, Marketingleiter der SDZ Druck und Medien GmbH, erklärte, dass Unternehmen heutzutage in einem Markt stünden, in dem sie um die Auszubildenden kämpfen müssten. Daher würden die Betriebe in die Schulen hineingehen, um als Arbeitgeber bekannt zu werden – aber auch, um auf die Probleme und Schwierigkeiten der Schüler eingehen zu können. „Die Schüler können das, was sie heute hier erlebt haben, morgen in der Zeitung nachlesen. Zeitung ist mehr als nur reine Informationsvermittlung“, fasst Grandjean zusammen. Joachim Fischer, Personalleiter der Kreissparkasse Ostalb, ergänzt: „Es ist elementar wichtig, dass Ihr euch als Bewerber im Vorfeld über das jeweilige Unternehmen informiert und euch mit dem Job, auf den man sich bewirbt, auseinandersetzt. Der Bewerber sollte sich über seine Ziele im Klaren sein, was er möchte und wohin er möchte.“

Nach einer kurzen Anmoderation von Fachlehrer Michael Deusch und Wolfgang Grandjean durfte sich Marc Rapp aus der 11. Klasse des Landesgymnasiums für Hochbegabte sogleich fiktiv als Bankkaufmann bewerben. „Ich möchte auch tatsächlich nach der Schule etwas im kaufmännischen Bereich machen“, erläuterte Marc vorab lächelnd.

Ausbildungsleiterin Manuela Trinkhaus und Personalleiter Joachim Fischer, beide bei der Kreissparkasse Ostalb tätig, schlüpften in die Rolle der Personalchefs und warteten gespannt auf den Verlauf des Gesprächs. Wolfgang Grandjean stellte vor dem Beginn des Gesprächs für die Schüler nochmals heraus, dass hier im Vorfeld nichts geprobt worden war und Marc bis jetzt noch ahnungslos sei, welche Fragen auf ihn zukommen würden. Dabei würden 70 bis 80 Prozent aller im Folgenden gestellten Fragen bei einem Vorstellungsgespräch auch tatsächlich so gestellt.

Es ist elementar wichtig, dass Ihr euch vorab über das Unternehmen informiert, bei dem Ihr euch beworben habt.

Joachim Fischer, Personalleiter KSK

Der erste Eindruck zählt

Nachdem Marc den Raum betrat und alle Anwesenden freundlich begrüßt hatte, erzählte er zuerst etwas über sich. Moderator Wolfgang Grandjean unterbrach kurz und fragte die anwesenden Schüler, was sie vom ersten Eindruck hielten – denn der erste Eindruck zähle und der ließe sich hinterher auch nicht mehr nachträglich korrigieren.
     Marcs erster Auftritt war souverän, sodass das Vorstellungsgespräch rasch fortgesetzt werden konnte. „Was heißt es für Sie, Verantwortung zu übernehmen?“ fragte Manuela Trinkhaus den Bewerber. Marc erklärte, dass er Kinder im Jugendfußball trainiere und daher eine große Gruppe zusammenhalten müsse. Er hielt dies durchaus für eine große Verantwortung – in dem Punkt waren sich alle Anwesenden einig.

Wolfgang Grandjean fasste zusammen: „Ihr müsst eure Stärken und Schwächen offenbaren können, denn niemand kauft es euch ab, wenn ihr vorgaukelt, keine Schwächen zu haben.“ Marc sah sich schon mit der nächsten Frage von Herrn Fischer konfrontiert: „Was wissen Sie über die Kreissparkasse Ostalb?“ Er überlegte kurz: „Sie hat ein sehr großes Einzugsgebiet, das sich über den gesamten Ostalbkreis erstreckt. Allerdings ist mein Konto bei einer anderen Bank.“

Die etwa 100 zuschauenden Schüler brachen in schallendes Gelächter aus. „Das ist keinesfalls verwerflich“, lenkte Wolfgang Grandjean ein, „wenn ihr noch nicht mit dem Betrieb, bei dem ihr euch beworben habt, verbunden seid. Das macht nichts.“ In der Tat. Wirklich wichtig ist, beim letzten Eindruck in einem Vorstellungsgespräch noch einmal souverän herüberzukommen, denn der letzte Eindruck bleibt bei den Gesprächspartnern hängen. Das hat Marc geschafft. Zum Schluss bekam er zum Dank für seine Teilnahme noch einen Preis überreicht. als

© Gmünder Tagespost 17.07.2019 14:59
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