Energiespartipp: Schluss mit Zugluft

  • Energieeffizienz mit Dreifachverglasung | Foto: unsplash, Michael Mroczek

Undichte Fenster und Türen verursachen in Wohnhäusern viel unterschätze Wärmeverluste, die sich durch das richtige Vorgehen vermeiden lassen.

Indem man mit einer brennenden Kerze die Fenster- und Türrahmen des eigenen Hauses entlangläuft, lassen sich Schlüsse über die Dichtigkeit ziehen. Bewegt sich die Flamme der Kerze, ist von Zugluft wegen undichter Stellen auszugehen.

Wer nach Experimenten wie diesem die Energieeffizienz seiner Fenster und Türen in Frage stellt, denkt idealerweise über eine Modernisierung nach. Per Abdichtung lassen sich laut Experten allein an den Fenstern bis zu 15 Prozent der Heizenergie einsparen.

Hohe Nachfrage nach Wärmeschutzverglasung
Die Energiewende hat die Baubranche schon seit Jahren im Griff. Laut Statista gehören Energieeffizienz und Dreifachverglasung längst zu den wichtigsten Nachfragetrends in Sachen Fenster und Außentüren – eine Erscheinung, die sich gemäß Experten auch in Zukunft halten wird.

Für moderne Fensterkonstruktionen sowie Eingangstüren mit Wärmeschutzverglasung und hohem Energieeinsparpotenzial gibt es heutzutage nicht nur eine hohe Nachfrage. Dank Förderangeboten hinsichtlich der energetischen Sanierung werden hinsichtlich des Austauschs unzulänglicher Konstruktionen auch von Seiten der Politik Anreize geschaffen.

Rundum dicht
Nicht immer ist jedoch ein Komplettaustausch nötig. Anders als in undichte Außentüren lassen sich in Fenster notfalls auch Schaum- und Gummidichtungen passender Profile kleben, erkennt die Stiftung Warentest. Zugluft liege außerdem oft an fehlerhaft eingestellten Scharnieren, wobei das Fenster in diesem Fall idealerweise von einem Fachmann nachgearbeitet wird.

Eine noch entscheidendere Schwachstelle als die Fenster selbst sind im Falle fehlender Dämmung darüber liegende Rollladenkästen. Die Deutsche Energie Agentur empfiehlt, unzulängliche Kästen im Inneren mit Dämmmaterial auszukleiden und an den Fugen sowie Gurtführungen auf Gummistopfen zurückzugreifen.

Im Falle von Zugluft an den Innentüren verschließen Hausbesitzer den Spalt zwischen Boden und Tür am besten mit Bürstendichtungen. Bei Haustüren kommt es dagegen auf die Bodenbündigkeit an.

Heizkörper brauchen Dämmungen
Eine ebenso entscheidende Schwachstelle wie undichte Fenster und Türen sind Heizkörpernischen, weil die umliegende Außenwand in den meisten Fällen deutlich dünner ist als anderswo im Haus. Eine Dämmschicht an der Nischenwand trägt an dieser Stelle zur Reduktion möglicher Wärmeverluste bei.

Maßnahmen wie diese lassen sich laut Mieterbund in der Regel auch von Mietern durchführen und erfordern nicht unbedingt die Zustimmung des Vermieters. Zumindest solange sich eingeklebte Dämmungen und Dichtungen beim Auszug wieder entfernen lassen, können Mieter laut den Experten Zugluft und damit verbundene Heizkostenbelastungen unbesorgt reduzieren.

Der Einsatz einer neuen Haustür ist mit dem Vermieter abzusprechen, lässt sich in den meisten Fällen aber problemlos durchsetzen. Je besser gedämmt und lebenswerter die Immobilie ist, desto eher profitieren Hausbesitzer nämlich im Hinblick auf ihre zukünftigen Mietpreise.

Bild: unsplashMichael Mroczek

© Gmünder Tagespost 21.08.2019 09:51
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