Weit mehr offene Ausbildungsstellen ?als Bewerber in Ostwürttemberg

Arbeitsmarktbericht? Die Zahl der Arbeitslosen in Ostwürttemberg ist leicht gestiegen. Aber der Bedarf nach Auszubildenden ist ungebrochen hoch. Das Angebot an zu besetzenden Stellen ist im August um 7,6 Prozent gestiegen.
  • Elmar Zillert. Foto: AfA

Ein kaltes Ergebnis in einem heißen August bietet uns der aktuelle Arbeitsmarkt. 8420 Personen waren im August von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 730 Personen mehr als noch im Vormonat. Dementsprechend stieg auch die Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent an. „Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im August ist zwar ein normaler Prozess“, so Elmar Zillert, Chef der Aalener Arbeitsagentur, „doch die Steigerung gegenüber dem Vormonat fiel mit 9,5 Prozent deutlich stärker aus als in einem August der letzten sechs Jahre.“ Ostwürttemberg hat im August auch gegenüber dem Land an Boden verloren. Hier stieg die Arbeitslosigkeit um 8,1 Prozent an und die Quote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf aktuell 3,3 Prozent.

Innerhalb des Ostalbkreises verlief der Anstieg der Arbeitslosigkeit regional sehr unterschiedlich. Den geringsten Zuwachs hat die Region Bopfingen mit einem Plus von 21 arbeitslos gemeldeten Personen zu verzeichnen. Das entspricht einer Steigerung um 5,3 Prozent gegenüber dem Juli. Trotz dieses Anstiegs liegt die Zahl der Arbeitslosen hier 6,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das hat zur Folge, dass die Arbeitslosenquote mit 2,8 Prozent um 0,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert liegt. Zum Ende des Berichtsmonats waren im Raum Bopfingen 414 Personen arbeitslos gemeldet.

Auch im Ellwanger Raum fiel die Entwicklung bei den Arbeitslosen moderat aus. Mit 449 Personen waren 31 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich entspricht das einem Plus von 1,6 Prozent.

Schwache Ergebnisse in Aalen und Schwäbisch Gmünd   

Das schwächste August-Ergebnis muss diesmal der Raum Aalen vermelden. Hier stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen um 12,1 Prozent gegenüber Juli an. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um 195 auf 1809 Arbeitslose an. In Schwäbisch Gmünd war ein Anstieg von 8,7 Prozent oder 219 Arbeitslose gegenüber dem Vormonat zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit in Schwäbisch Gmünd um 0,3 Prozentpunkte auf nun 3,6 Prozent.

Doch der aktuelle Arbeitsmarkt bietet auch Positives. So ist es erfreulich, dass zum Stichtag die Zahl der Langzeitarbeitslosen nur geringfügig angestiegen ist. Vor einem Jahr hatten wir noch knapp 12 Prozent mehr Langzeitarbeitslose zu verzeichnen als im Augenblick.

Jedem der gemeldeten Bewerber um eine Ausbildungsstelle standen rechnerisch 1,54 Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Agentur für Arbeit Aalen

Positiv zeigt sich das Angebot an zu besetzenden Stellen. So wurden der Agentur und den Jobcentern im August 1468 neue Stellen zur Besetzung gemeldet.

Positive Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt

Völlig gegensätzlich zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit präsentiert sich der regionale Ausbildungsmarkt. Im Beratungsjahr haben sich in der Berufsberatung 2798 Jugendliche um eine Ausbildungsstelle bisher als Bewerber um eine Ausbildungsstelle registrieren lassen. Das sind 165 oder 5,6 Prozent weniger Lehrstelleninteressenten als noch im Vorjahr.

Demgegenüber stieg das Angebot an zu besetzenden Ausbildungsplätzen um 303 oder 7,6 Prozent auf 4315 Stellen an. Jedem der gemeldeten Bewerber um eine Ausbildungsstelle standen rechnerisch 1,54 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Derzeit sind 1365 dieser Ausbildungsangebote noch offen. Von den gemeldeten Bewerbern sind noch 239 Jugendliche nicht versorgt. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl sowohl der Bewerber als auch der freien Ausbildungsplätze sich durch die laufenden Einstellungsverfahren noch reduzieren werden.

„Wir müssen aber davon ausgehen, dass zum Ende des Beratungsjahres (30. September 2019) erneut mehr Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben als noch im Vorjahr“ sagt Elmar Zillert. „Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken werden wir die Angebote der Berufsberatung künftig noch weiter ausbauen und noch früher als bisher mit der Berufsorientierung in den Schulen starten. Ebenso werden wir an allen Schulen zusätzliche Beratungskapazitäten schaffen.“ Agentur für Arbeit

© Gmünder Tagespost 06.09.2019 14:30
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