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Zum Kriegerdenkmal:

Das Kriegerdenkmal auf dem Marktplatz lässt wie viele Kunstwerke Raum für verschiedenste Interpretationen. Eine Erläuterung eines bestimmten Aspektes der Bildmotive durch Stadtarchivar Dr. Schnur und eines Stadrates, die in der Gmünder Tagespost wiedergegeben wurde, stimmt aber so nicht. Die Tagespost zitiert Dr. Schnur, dass die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges mit Pickelhaube gezeigt würden, die kämpfenden Soldaten aber schon mit Stahlhelmen der Wehrmacht. Auch Stadtrat Tim-Luka Schwab schreibt in seinem Leserbrief von „Soldaten ohne Pickel auf dem Helm, also Wehrmachtshelmen“. Diese Annahme ist falsch. Die Pickelhaube trugen Soldaten des Ersten Weltkrieges nur zu Beginn des Krieges, wegen mangelhafter Schutzwirkung wurde die Pickelhaube bald ersetzt. 1916 wurde die Pickelhaube der deutschen Soldaten durch einen neuen Stahlhelm ohne „Pickel“ abgelöst. Dieser Helm ist historisch korrekt für die Jahre ab 1916 auf der Siegessäule zu sehen. Zudem trägt auch ein gefallener Soldat auf der Siegessäule den Helm ohne „Pickel“ ganz oben auf der Säule unter dem Gräberfeld. (...)

© Gmünder Tagespost 10.09.2019 19:27
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Kommentare

derleguan

Pickelhaube hin oder her, um das geht es nicht. Es geht um die Frage inwieweit deutsche Soldaten, die auf Befehl Adolf Hitlers einen Angriffskrieg führten sich mitschuldig an den Verbrechen des Naziregims gemacht haben.

Ich bin schon auch der Meinung, dass man diese Soldaten nicht einfach als Verbrecher bezeichnen kann. Hätten sie anders gehandelt, wäre sie selbst einen Kopf kürzer gemacht worden.

Dennoch finde ich ein Dekmal alleine für deutsche Gmünder Soldaten nicht passend. Allen in Gmünd gestorbenen sollte ggedacht werden. Politischen gefangenen Frauen in Gotteszell, Kriegsgefangenen vor allem aus Frankreich und Russland, die hier gestorben sind, Zivilisten, die aufgrund fehlender Medizin, Ärzte oder einfach nur an Hunger starben, die Widerstandskämpfer, die verschleppten Juden aus Gmünd etc. Allen gemeinsam muss man in einem Denkmal gedenken.