Elf Igel in Heidenheim zu Tode gequält

Mit Kabelbindern erdrosselt und an den Beinen zusammengebunden
  • Symbolbild: pixabay

Heidenheim. Wie das Landratsamt Heidenheim berichtet, wurden in den vergangenen Wochen mehrere Igel zu Tode gequält. „Uns sind sieben Fälle von brutaler Tierquälerei bekannt“, sagt Dr. Anja Stöckle, stellvertretende Leiterin des Veterinäramts im Landratsamt Heidenheim am Mittwoch, 11. September. Am Nachmittag fanden Zeugen vier weitere tote Tiere, berichtet die Heidenheimer Polizei. Einer davon sei erst in jüngster Zeit gestorben, die anderen dürften nach einer ersten Einschätzung der Polizei schon länger dort liegen. Die Igel seien teilweise mit Kabelbindern erdrosselt oder an den Pfoten zusammengebunden und den erkennbaren Wunden zufolge zu Tode getreten worden, so das Landratsamt. „Hier werden aus purer Rohheit Tiere grausam getötet.“ Wie Dr. Anja Stöckle betont, werde in jedem Fall Strafanzeige gestellt, auch die Polizei ermittelt bereits.

„Und dass es sich hier um einen Straftatbestand handelt, ist offensichtlich“, sagt Dr. Anja Stöckele. Denn nach dem Tierschutzgesetz dürfe niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Wer dagegen zuwiderhandelt kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft werden. Die Tierquäler verstoßen aber nicht nur gegen das Tierschutzgesetz, sondern auch gegen das Bundesnaturschutzgesetz, laut dem der Igel zu den besonders geschützten Arten gehört. Demnach ist es verboten, diesen Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder der Natur zu entnehmen.

Die Umweltermittler des Polizeipräsidiums Ulm suchen jetzt nach den Tätern und hoffen auch auf Hinweise von Zeugen unter der Tel. (07321)3220.

© Gmünder Tagespost 11.09.2019 16:26
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