Lesermeinung

Über das vieldiskutierte Verbot von Steingärten:

In der gegenwärtig heftigen Diskussion um „Klimaschutz“ greifen Gemeindeparlamente immer häufiger in die Persönlichkeits- und Freiheitsrechte der Bürger ein, bis hin zur individuellen Gartengestaltung in den Wohnsiedlungen. Das Anlegen von Steingärten soll verboten oder stark eingeschränkt werden, weil behauptet wird, dort sei Insekten die Lebensgrundlage entzogen.

Viele Fotos von Insekten in dieser Zeitung entstanden im Hausgarten der Wetterwarte. Die angelegten Bereiche des dortigen Steingartens bieten einer Vielzahl von Insekten Lebensraum, insbesondere denen, die sich auf trockene, steinige Biotope mit wenig und niederem Bewuchs spezialisiert haben. Für die Hausbewohner ist der Garten ein Teil des Wohnbereichs.

Die einen bevorzugen den grünen, dichten englischen Rasen, frei von Wildkräutern, der häufig gemäht und gelegentlich gedüngt wird. Andere freuen sich an den Beeten mit gezüchteten Zierpflanzen in farbenprächtigen Blumenbeeten, als Kontrast und Farbtupfer zum Einheitsgrün. Es gibt nicht wenige, die den süß-säuerlichen Duft des Rindenmulchs mögen, mit dem Gartenflächen zugedeckt werden. Und wieder andere freuen sich an der Blumenwiese, voll der unterschiedlichsten und landschaftstypischen Kräuter, die im Laufe der Jahrzehnte sich zu einem Trockenrasen mit würzigem Thymian entwickelt hat, auf dem sich ohne Zutun heimische Orchideen eingefunden haben. Und nicht zu vergessen: Die Gartengestaltung mit Gestein unterschiedlichster Art, zum Teil mit künstlerisch anmutendem Schwung angelegt und mit Kunstwerken garniert, aus rostigem Stahl bis hin zur bunten Zipfelmützenkeramik.

Nein, liebe Gartenbesitzer: Lasst Euch von der Politik Eurer Räte nicht bis in Eure Wohnungen und Privatsphäre hinein maßregeln und bevormunden. Dies schreibt Euch ein Naturliebhaber, dem Naturschutz nicht gleichgültig ist.

© Gmünder Tagespost 16.09.2019 12:05
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