Lesermeinung

Zur Voruntersuchung des ehemaligen Schättere-Tunnels in puncto Radweg aufs Härtsfeld:

Spaziergänger konnten in der letzten Woche sehen, mit welcher Wucht in die Natur eingegriffen wird für den Radweg über die ehemalige Schättere-Bahnstrecke am Tunnel. Dabei geht es um Untersuchungen. (...) Dass seltene Wildblumenarten jeweils seitlich am ehemaligen Bahndamm zu finden sind, scheinen die Arbeitenden der beauftragten Firma nicht zu wissen. Hätte es denn nicht schonender gemacht werden können?

Die Folge in diesem Bereich: Da wächst so schnell keine der seltenen Pflanzen mehr, weil schwere Geräte ganze Arbeit geleistet haben. Von Politikern haben wir in den Zeiten nach der Europawahl gehört, dass sie verstanden haben, was sich die Bevölkerung wünscht: Rücksicht auf Klima und Natur. Das gilt überall, auch in Aalen. Ein paar Blühstreifen sind da eher ein Feigenblatt. Zerstörung zu verhindern mit etwas maßvolleren Methoden wäre angesagt. (...) Die Öffnung des Tunnels kann die Zerstörung des Fledermausquartiers bedeuten, wenn die brachialen Methoden selbst einer Voruntersuchung so aussehen.

Das einzige Argument für den Härtsfeldbahn-Radweg ist die geringe Steigung. Ein Fernwanderradweg wird dies selten so erreichen. Es gibt allerdings alternative Streckenführungen, und es gibt ausgeschilderte Radwege von Hohenberg, Brastelburg, Simmisweiler und Waldhausen, welche nach Aalen herunterführen. Wo Wege finden für einen nicht mehr einseitig kraftstoffbezogenen Verkehr? Braucht es neue? Ein neuer “alter“ Vorschlag ohne Zerstörung: Gebt den Radfahrern eine ausgebaute Strecke wie die Straße vom Läuterhäusle in Unterkochen bis zum Neubau an der Himmlinger Steige. Dort nur noch befahrbar für anliegende Waldbauern und –bearbeiter mit einem Hinweis, auf die Radler Rücksicht zu nehmen. Von dort geht es bereits jetzt auf Radwegen weiter. An alle Entscheidungsträger: Die Radfahrer haben Alternativen, Fledermäuse und seltene Wildblumen sind auf diesen Standort angewiesen.

© Gmünder Tagespost 17.09.2019 16:05
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