Lesermeinung

Zu „Kritik am Mäulchen im Millengraben“ vom 14.9.:

Die Ortschaftsratssitzung am 12. September in Unterschneidheim war ein Erlebnis, aber nicht gerade eine Sternstunde der Demokratie. Sie erinnerte eher an eine Schulklasse als an ein demokratisch gewähltes Gremium. Herrn Kohnle kann ich nur zu seinem Mut gratulieren, dass er seine Kritik am Mulchen von Gräben anbrachte und zwar im öffentlichen Teil. Bekanntermaßen ist der Artenrückgang erschreckend, trotzdem führt der Naturschutz im Ort ein Nischendasein. Wie sonst kommt man zu einer Zeit, wo viele, vor allem junge Menschen für mehr Klimaschutz kämpfen, auf die Idee, ein Rathaus auf einer Streuobstwiese zu bauen und den daneben lebenden Senioren noch mehr Autos zuzumuten und das mit stattlichen Fördergeldern. Und den Platz auch noch als genial zu bezeichnen.

Laut Stuttgarter Zeitung geht es beim Entwicklungsprogramm ländlicher Raum darum, historische Baukultur zu bewahren und die Innenentwicklung zu fördern. Den ersten Teil nimmt man im Rathaus wohl nicht so ganz ernst, für mich zählen dazu auch die quartiersprägenden „Gängele“ als historischer Umgehungsweg bei Sechtaüberschwemmungen. Die Region um die „Gängela“, eine erhaltenswerte grüne Oase, ist durch die Neue Mitte ebenso bedroht wie die alte Schule.

Auf der bedrohten Streuobstwiese gegenüber stehen übrigens trotz Fällaktion immer noch alte Obstbäume, um die es sich zu kämpfen lohnt. Was die Klagen über den Sitzungssaal betrifft, das ist Jammern auf hohem Niveau, das Gebäude ist sicher schöner als ein Parkplatz an gleicher Stelle vor dem Schlössle und fast ebenerdig, somit für Gehbehinderte kein Problem.

© Gmünder Tagespost 25.09.2019 20:17
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