Mit schwäbischem Erfindergeist an die Spitze

Was einst mit Kfz-Technik und Kugelschreibern begann, hat sich heute in einer ganz anderen Sparte zum Branchenprimus entwickelt. Schwimmbadsysteme von Ospa kommen weltweit zum Einsatz – in luxuriösen Hotelpools genauso wie in privaten Pools.
  • Die modernen Hallen des Unternehmens sind im Jahr 1997 eingeweiht worden.
  • Im Jahr 1929 begann die Geschichte der Firma Ospa mit einem Zündlichtdienst für Kraftfahrzeuge.
  • Beim „Ospa-BlueControl 5 Web“ lassen sich alle Attraktionen, die Wasserspiele, der mächtige Wasserfall sowie der Nackenschwall komfortabel mit einem Tablet oder Smartphone bedienen. Alle Fotos: Ospa Apparatebau Pauser GmbH & Co. KG
  • Die aktuellen Fertigungshallen von Ospa sind hell und geräumig ausgelegt.

Mutlangen. Oscar Pauser ist junger Ingenieur, hat mit der elterlichen Silberwarenfabrik nichts am Hut und widmet sich lieber einer aufstrebenden Branche. Im Innenhof der Ott-Pauserschen-Fabrik eröffnet er 1929, vor 90 Jahren also, den Ospa-Zündlichtdienst für Kraftfahrzeuge. Er ist Tüftler und hat Ideen für viele weitere Branchen. Er erfindet, baut und vertreibt Akupunkturbesteck, Sterilisatoren, Treppenlichtautomaten und entwickelt die Ospa-Kugelspitze, die dem problemlos zu handhabenden Kugelschreiber den Weg bahnt. Sogar den Füllapparat für Kugelschreiberminen liefert er dazu. Die Kugelschreiberminen werden für das Unternehmen zum wirtschaftlichen Erfolg.

Neue Ideen sind gefragt

Inzwischen haben die Nachkriegsjahre begonnen, Optimismus verbreitet sich – und der Wunsch nach Schwimmbädern. Oscar Pauser legt den Grundstock für die Umsetzung seiner neuen Ideen in einem Neubau in der Wilhelmstraße.

Mit der Entwicklung des Schlammlifts zu Beginn der 1950er-Jahre ist der Weg zur Schwimmbadtechnik vorgezeichnet. Endlich können Bademeister und private Pool-Besitzer den Beckengrund reinigen, ohne das Wasser dafür abzulassen. Der Schlammlift wird gefeiert, findet ein Echo in den Medien und bei der Badefachausstellung 1953 in Kassel. Während die Ospa-Schwimmbadtechnik Besuchern verborgen bleibt, begegnen sie in Schwimmbädern schon bald den Ospa-Münzhaartrocknern.

Weitere technische Innovationen lassen nicht lange auf sich warten. So gibt es 1960 es ein Patent für ein Chlorozongerät, eine Revolution für die Becken-Desinfektion. Inzwischen wird es in Schwäbisch Gmünd zu eng, 1961 entsteht in Mutlangen ein Fabrikgebäude. Jetzt beginnt auch die Zeit der Söhne Knut und Rolf Pauser. Schlag auf Schlag bringen sie neue Produkte auf den Markt. Den Sitzbank-Filter etwa, beliebt bei Gartenpools, die noch ohne Technikgebäude auskommen. Unter einer Sitzbank arbeitet die Reinigung und Desinfektion. Geräte wie diese sind noch heute im firmeneigenen Museumsraum zu sehen.

Inzwischen bietet Ospa die komplette Schwimmbadtechnik an, demonstriert das im hauseigenen Vorführbad in der Wilhelmstraße.

In den 1970er-Jahren werden größere Anlagen, etwa für Hallenbäder in Hotels, angeboten. Neue Ideen hat die Firma auch für die Pool-Heizungen. Zu den bahnbrechenden Erfindungen zählt eine automatische Anlage zur pH-Wert-Regulierung.

Das Unternehmen macht mit seinem neuen „Superfilter“ Furore. In den 1980er-Jahren hat Ospa die Whirlpools im Blick. Bald ist ein „Wasserwächter“ im Angebot, der für eine vollautomatische Mess- und Regeltechnik für Privatbäder sorgt.

Dann der Schock am 1. Oktober 1996: Das Hauptlager von Ospa in Mutlangen steht in Flammen, es entsteht ein Millionenschaden. Die Firma zögert nicht, baut sofort neu und größer und ist damit für die Herausforderungen im neuen Jahrtausend gewappnet.

Mit Michael Pauser und Stefan Pauser ist die nächste Generation am Ruder, und die hat die Zukunft erkannt: Produkte von Ospa sind schon früh auf einer Homepage der Firma zu sehen, lange bevor andere dieses Medium nutzen.

Stets am Puls der Zeit

Heute verkauft das Unternehmen Gesamtpakete für die Schwimmbadtechnik. Dazu zählen Pumpen, Filtertechnik, Desinfektion, Mess- und Regeltechnik. 2002 revolutioniert ein Ospa-Steuerungscomputer die Schwimmbad-Szene. „In der fünften Generation sind die Steuerungen internetfähig und werden mit einer App vom Smartphone aus bedient.“

Große kommunale Bäder profitieren ebenso davon wie Anlagen in Hotels und zunehmend wieder private Schwimmbäder. Zum Meilenstein wird das Programm „Blue Control“: Es ist der erste Schwimmbad-Computer mit Touchscreen-Bedienung. Das von Stefan Pauser entwickelte Blue Control verändert die Schwimmbad-Banche. In der aktuellen Generation läuft die Überwachung über Smartphone und Tablets, auch die Fernüberwachung ist so möglich. Parallel dazu wird die Wasserreinigung immer auf den Stand der Technik gebracht. Kochsalz und Aktivkohle sind inzwischen der Schlüssel zur besten Wasserqualität. Zum Programm zählen auch Komforteinbauten, Wasserfälle und Gegenstromanlagen. Dabei setzt Ospa auf Laura Philipp, international erfolgreiche Triathletin, die Markenbotschafterin des Unternehmens ist. Sie trainiert mit Ospa-Gegenstromanlagen.

Viele Auszeichnungen erhalten

Ospa ist auf wichtigen Messen zuhause, darf sich aber auch Ehrungen as Revers stecken: Moderator Ranga Yogeshwar überreicht 2016 die Auszeichnung „Top 100“ an Michael und Stefan Pauser. Im gleichen Jahr wird Ospa „Marke des Jahres“, in diesem Jahr gibt es den German Brand Award für das Haus.

Den 90. Geburtstag feierte das Unternehmen mit Gästen aus dem In- und Ausland. Neben einem Festakt konnten die Besucher an Seminaren teilnehmen, die Firma besichtigen und die bewegende Ospa-Geschichte inhalieren. kust

© Gmünder Tagespost 27.09.2019 14:07
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