Veranstalter haften für Transfer

Urteil Bootstransfer bei Unwetter ist Reisemangel, hat das Landgericht Köln entschieden.

Reiseveranstalter stehen auch für den sicheren Transport ihrer Kunden in der Verantwortung. Das heißt: Sie haften, wenn beim Transfer vom Hotel zum Flughafen etwas schief geht. Das zeigt eine Entscheidung des Landgerichts Köln (Az.: 3 O 305/17). Müssen Passagiere einen Bootstransfer auch bei widrigem Wetter antreten, kann das einen Schadenersatzanspruch begründen.

Fähre geriet in Seenot

In dem verhandelten Fall hatte der Kläger eine Pauschalreise auf die Malediven für sich und seine Frau gebucht. Am Rückreisetag herrschte schlechtes Wetter. Die Fähre, die die Reisenden zum Flughafen bringen sollte, geriet in Seenot. Der Kläger und seine Frau verpassten den Flug, wurden für eine Nacht im Hotel untergebracht und flogen erst am Tag darauf nach Hause. Die Ehefrau des Klägers erlitt durch die Situation an Bord eine posttraumatische Belastungsstörung, die stationär behandelt werden musste.

Die Klage hatte Erfolg: Das Gericht sprach dem Kläger und seiner Frau Schmerzensgeld zu und verurteilte den Veranstalter zur Rückzahlung des Reisepreises. Die Rückreise sei für die Frau des Klägers derart traumatisch gewesen, dass sie sich in ärztliche Behandlung habe begeben müssen. Der Transfer zum Flughafen hätte bei den Wetterbedingungen nicht stattfinden müssen. Der Veranstalter hätte die Rückreise angesichts der Sturmwarnung auch gleich um einen Tag verschieben können, wie es am Ende ja auch passiert sei. dpa

© Gmünder Tagespost 27.09.2019 16:51
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