Lesermeinung

Zu „Kritik am Mäulchen im Millengraben“, SP vom 14.9.

Die Ortschaftsratssitzung am 12. September 2019 in Unterschneidheim war ein Erlebnis, aber nicht gerade eine Sternstunde der Demokratie. Sie erinnerte eher an eine Schulklasse als an ein demokratisch gewähltes Gremium.

Herrn Kohnle kann ich nur zu seinem Mut gratulieren, dass er in diesem Rahmen seine Kritik am Mulchen von Gräben anbrachte und zwar im öffentlichen Teil der Sitzung. Bekanntermaßen ist der Artenrückgang erschreckend, trotzdem führt der Naturschutz im Ort ein Nischendasein. Wie sonst kommt man zu einer Zeit, wo viele, vor allem junge Menschen für Klimaschutz kämpfen, auf die Idee, ein Rathaus auf einer Streuobstwiese zu bauen und den daneben lebenden Senioren noch mehr Autos zuzumuten und das mit stattlichen Fördergeldern. Und den Platz auch noch als genial zu bezeichnen.

Beim Entwicklungsprogramm ländlicher Raum geht es darum, historische Baukultur zu bewahren und Innenentwicklung zu fördern. Den ersten Teil nimmt man im Rathaus wohl nicht so ganz ernst. Für mich zählen dazu auch die quartiersprägenden „Gängele“ als historischer Umgehungsweg bei Sechtaüberschwemmungen. Die Region um die „Gängela“, eine erhaltenswerte grüne Oase, ist durch die Neue Mitte ebenso bedroht, wie die alte Schule.

Auf der bedrohten Streuobstwiese gegenüber stehen trotz Fällaktion immer noch alte Obstbäume, um die es sich zu kämpfen lohnt. Und der Sitzungssaal ist um Klassen besser als mein Dienstzimmer im Krankenhaus, das Gebäude sicher schöner als die Alternative Parkplatz vorm Schlössle und fast ebenerdig, selbst für meine gehbehinderte Mutter kein Problem!

© Gmünder Tagespost 30.09.2019 19:47
151 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.