Lesermeinung

Zum Klimawandel-Klimapaket: Koalitionsdeal ohne Knochenbrüche:

Die Vorschläge, die die Groko in ihrer 19-stündigen Nachtsitzung ausgearbeitet hat, reichen nach Expertenmeinung nicht mal ansatzweise aus, um Deutschland auf Kurs zu bringen, um die gesteckten Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Dabei lobt und lobt die „Klimakanzlerin“ den Deal, bis die Welt glaubt, man kann den brennenden Regenwald mit dem „Gartenschlauch“ löschen.

Man hat jedenfalls den Eindruck, dass dem Kabinett die Rettung der „schwarzen Null“ wichtiger ist als die Klimarettung.

Dass dabei die Sozialdemokraten diese Katastrophe auch noch als gelungenen Kompromiss verkaufen, macht mich sprachlos.

Völlig unverständlich ist zudem, dass Deutschland das letzte Kohlekraftwerk erst 2038 stilllegen will – zwar weiter Weltmeister in der Verbrennung von besonders klimaschädlicher Braunkohle ist, aber als Alibi nun der Allianz der Kohleausstiegsländer beitritt.

Und es wird immer deutlicher: Wir plündern die Ressourcen des Planeten, als hätten wir noch ein paar weitere in petto und überziehen ihn bis in den letzten Winkel mit langlebigen Müll-Treibhausgasen – Kunststoffe im Meer und an Land – Artensterben in Flora und Fauna ist ja wohl beispiellos in der jüngsten Erdgeschichte. Ich sage daher sehr nachdenklich: Wer hier nicht in Panik gerät, der hat die Realität längst verdrängt.

Auch das kleine „Klimapäckchen“, und nicht zuletzt die handelnden Politiker, werden uns nicht vor diesem Desaster retten. Im Gegenteil, die Politiker sind meist selbst Teil des Problems.

Die Jugend hat jedenfalls eindrucksvoll und rund um den Globus gezeigt, dass sie sich nicht mehr länger verschaukeln und mit wortreicher Untätigkeit beruhigen lässt. Das ist jedenfalls die gute Hoffnung.

© Gmünder Tagespost 30.09.2019 22:41
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Kommentare

Frieder Kohler

"die Politiker sind meist selbst Teil des Problems", ganz ohne Schuldzuweisung, Herr Maier, die Politik/Politiker, die Gesellschaft, WIR Erdbewohner sind durch unser TUN oder UNTERLASSEN selbst Teil oder Teilchen der "Probleme", auch der hausgemachten. "In der Zukunft (schreibt S.J.LEC) werden die Menschen ihr Mäntelchen nach den interplanetarischen Winden hängen müssen" - und zu den Ergebnissen der GROKO wäre sein Merksatz:"Planlosigkeit erleichtert Koordination!"

Sie sahen die Tagesschau und hörten:"So groß wie London, 200 Meter dick und viele Milliarden Tonnen schwer - das ist der Eisberg D28. In der Antarktis ist er vom Amery-Schelfeis abgebrochen. Forscher sehen keinen Zusammenhang mit dem Klimawandel. ...

Klimawandel? Expertin glaubt nicht daran

Experten führen das Ereignis aber nicht auf den Klimawandel zurück. Amanda Fricker von der US-amerikanischen Scripps Institution of Oceanography bezeichnete das Phänomen als "Teil des normalen Zyklusses im Schelfeis, wo wir alle 60 bis 70 Jahre große Kalb-Ereignisse sehen." Zuletzt gab es am Amery-Schelfeis ein vergleichbare Ablösung in den Jahren 1963/64.

Merke:"Was unvorstellbar ist, ist sichtbar" (wieder ein unfrisierter Gedanke von LEC)