Lesermeinung

Über den Zuschuss zum Ostalbfestival und das Gespräch mit Armin Abele:

Im Juni 2019 fand in Aalen ein Open-Air mit Fanta 4 in der Ostalbarena statt und erwirtschaftete ein Minus von 196 000 Euro. Grund seien unrichtige Angaben der Stadt Aalen bezüglich der Kapazität sowie nachträglich notwendige Korrekturen im Sicherheitskonzept und der Stromversorgung.


1.) Es ist die oberste Pflicht des Veranstalters (VA) das Sicherheitskonzept für seine Veranstaltung nach den Vorgaben der gültigen VStättVO zu erstellen. Der VA muss dazu die Angaben der örtl. Gegebenheiten prüfen, ob diese der aktuellen VStättVO entsprechen (derzeit gilt der Stand 2017). Dies ist zwingend. Sollte aus der Nichtbeachtung dieser Vorschrift dem Besucher ein Schaden entstehen, kann er diesen einklagen. Aber nochmals: Der VA ist für die Einhaltung verantwortlich und sonst niemand. Die Ämter haben das Sicherheitskonzept auf seine Richtigkeit nach Maßgabe der VStättVO zu prüfen und zu genehmigen. Man muss also der Stadt dankbar sein, dass sie in Sorge um Sicherheit und Leben der Besucher, die Arbeit des VA korrigiert hat! Daraus ein Fehlverhalten zu konstruieren, ist völlig inakzeptabel.


2.) Die SKS Russ in Koop mit meiner Konzertdirektion hat 2001, 2003 und 2006 Open-Airs im Stadion veranstaltet mit insgesamt 66 000 Zuschauern. Bei allen Konzerten musste die Stromversorgung über Aggregate nachgebessert werden.


3.) Es ist mit 14 000 Besuchern möglich, den Abend mit Gewinn zu beenden. Das Fanta-4-Openair im Kloster Salem, ausverkauft mit 5000 Besuchern war bei 3,40 Euro höheren Preisen ein Erfolg für den Veranstalter. Der VA in Aalen hatte 14 000 verkaufte Karten und noch weitere 3500 Karten übrig.


4.) Mit 14 000 Besuchern hätte das Konzert circa 630 000 Einnahmen netto erzielen müssen. Zudem musste der Rasen nicht abgedeckt werden. Dies wird zukünftig mit circa 120 000 Euro zu Buche schlagen. Rechnen wir schnell zusammen: 630 000 plus 175 000 Zuschuss plus 120 000 Rasen: Das macht rund 925 000 Euro notwendigen Umsatz zur künftigen Kostendeckung. Das entspricht 21 000 Besuchern auf der Basis von Fanta 4, wo doch nur 17500 zugelassen sind.

© Gmünder Tagespost 15.10.2019 19:25
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