Seit 30 Jahren gut informiert und betreut

Der 14. Gmünder Epilepsietag wird zusammen mit der 30-jährigen Jubiläumsfeier der Epilepsie-Selbsthilfegruppe am Samstag, 19. Oktober, von 14 bis 17 Uhr im Konferenzraum des Staufer-Klinikums abgehalten. Klaus Meyer ist mittlerweile 25 Jahre lang als 1. Vorstand tätig.
  • Dr. med. Peter Scheidt, Pate der SHG.
  • Prof. Dr. Bernhard Steinhoff, ärztlicher Direktor des Epilepsieklinikums Kehl-Kork. Fotos: Selbsthilfegruppe Epilepsie Schwäbisch Gmünd
  • Klaus Meyer, 1. Vorsitzender SHG Epilepsie.

Schwäbisch Gmünd. Der Gmünder Epilepsietag ist schon seit Jahren eine wichtige Informationsveranstaltung rund ums Thema Epilepsie für Betroffene, Angehörige und Mediziner. Morgen, 19. Oktober, findet von 14 bis 17 Uhr im Konferenzraum des Staufer-Klinikums Schwäbisch Gmünd bereits die 14. Veranstaltung statt.

Organisiert wird die Veranstaltung von der Selbsthilfegruppe für Anfallskranke in Schwäbisch Gmünd und Umgebung e.V. (SHG) mit den Paten der SHG, Dr. med. Peter Scheidt und Oberärztin Tanja Weisbrod. Das diesjährige Motto lautet „Epilepsie – echt jetzt?“

Hochkarätiges Festprogramm  

Und noch ein Fest der ganz besonderen Art steht an diesem Tag an: Das 30-jährige Vereinsjubiläum der Epilepsie-Selbsthilfegruppe und die 25-jährige Vorstandschaft von Klaus Meyer. Das Programm der Festveranstaltung ist entsprechend hochkarätig. Mit Prof. Dr. Bernhard Steinhoff, ärztlicher Direktor des Epilepsie-Klinikums Kehl-Kork, konnte ein weltweit anerkannter Fachmann auf dem Gebiet der Epileptologie als Referent gewonnen werden.

Musikalisch umrahmt wird das Festprogramm vom Chor Tiramisu der Klosterbergschule Schwäbisch Gmünd.

Gute Diagnose ist wichtig

Den Auftakt der Veranstaltung macht der Pressereferent der SHG, Peter Saile, mit einem Rückblick auf das 30-jährige Bestehen der SHG.

Im anschließenden 1. Vortrag von Prof. Steinhoff geht der auf Probleme und Schwierigkeiten in der Diagnostik und Epilepsietherapie ein. Nach der Pause beschäftigt sich Prof. Steinhoff in seinem 2. Vortrag mit dem Thema „Epilepsie und Kinderwunsch“. Viele Frauen mit Epilepsie wünschen sich ein Kind, sind aber unsicher, ob ihre Erkrankung für sie selbst oder ihr Kind ein Risiko darstellt. Prof. Steinhoff geht in seinem Vortrag auf die Möglichkeit der Vererbbarkeit von Epilepsie ein und berichtet außerdem über schädliche Einflüsse von Medikamenten auf das Kind.

Epilepsie benötigt Offenheit

Es besteht die Möglichkeit, jeweils nach den Vorträgen in der Diskussionsrunde Fragen an Prof. Steinhoff zum Thema zu stellen. Zum Abschluss hält dann Anne Kienle von der SHG das Schlusswort.

Außerdem wird der 1. Vorsitzende Klaus Meyer für seine langjährige Vorstandstätigkeit von mittlerweile 25 Jahren geehrt. „Epilepsie benötigt Offenheit“, so Klaus Meyer, 1. Vorsitzender der SHG für Anfallskranke. Leider sei unser Anspruch mit dieser Kernaussage noch nicht Bestandteil der heutigen Gesellschaft. Jeder Betroffene spüre, wie die Angehörigen, die Vorurteile und der Stigmatisierung mit diesem Krankheitsbild. Ein weiterer Punkt ist die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, sowie die Einschränkung der Lebensqualität und Unabhängigkeit durch Verlust der Fahrerlaubnis oder dadurch, dass gewisse Sportarten zu gefährlich sind und nicht mehr ausgeübt werden können.

Sprechstunden bei der SHG

Um nicht an diesem Punkt stehen zu bleiben, ist eine aktive Auseinandersetzung mit dem Krankheitsbild, das schon über 2500 Jahre alt ist, notwendig. Hier sieht die Selbsthilfegruppe ihre Aufgabe, durch aktive Unterstützung beizustehen. Neben dem regelmäßigen Gruppenabend (im Büro der SHG: jeweils am letzten Mittwoch im Monat, um 19 Uhr in der Kappelgasse 13 in Schwäbisch Gmünd) bietet sie einen weiteren Service an: Jeweils am 2. und 4. Donnerstag im Monat bietet man im Büro Sprechstunden in der Zeit von 16 bis 17.30 Uhr an. Meyer stellt abschließend fest: „Wir freuen uns, dass es geglückt ist, zusammen wieder ein informatives und umfassendes Programm auf die Beine zu stellen. Daher hoffen wir, dass viele Bürger mit der heutigen Einladung den Weg ins Staufer-Klinkum finden. Der Eintritt ist frei.“ pm

© Gmünder Tagespost 17.10.2019 18:13
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