Maik Stephan: Zukunft fährt elektrisch

Der Konzernstratege für E-Mobilität bei der Volkswagen AG zeigt den Weg des Wolfsburger Autobauers in die Elektromobilität auf
  • Wie funktioniert das denn mit den elektrischen Antrieben? Darauf gibt es beim Gmünder Forum Elektromobilität von Experten und Ausstellern praxisnahe Auskünfte. Fotos: tom
  • Der Verein E-Motion Rennteam der Hochschule Aalen gehört auch in diesem Jahr zu den Ausstellern beim Forum Elektromobilität.
  • Maik Stephan.

Schwäbisch Gmünd. Diese große Frage bewegt uns alle: Wie funktioniert Mobilität im nächsten Jahrzehnt? „Die Zukunft fährt elektrisch“, daran lässt Maik Stephan keinen Zweifel. Der Konzernstratege für E-Mobilität der Volkswagen AG, der beim 7. Gmünder Forum Elektromobilität den mit Spannung erwarteten Impulsvortrag hält, verrät aus dem „VW-Nähkästchen“: „Im Jahr 2040 wollen wir das letzte Auto mit konventionellem Antrieb verkaufen“. Bereits 2030 solle die Hälfte aller weltweit verkauften VWs mit Stromantrieb unterwegs sein, blickt Stephan voraus.

300 entsprechend betriebene Modelle will der Konzern dann im Angebot haben. So sieht es die sogenannte Roadmap E vor, eine Art Fahrplan zur Elektromobilität, den VW sich auch als Folge des Skandals um manipulierte Dieselabgaswerte verordnet hat. Volkswagen startet im November mit der Produktion von E-Autos der neuen ID-Modellfamilie und will die in den nächsten Jahren steigern. Der ID.3 kostet knapp 30.000 Euro. Von der Größe her ist er zwischen Polo und Golf angesiedelt, die für 15.000 bis 20.000 Euro zu haben sind. Weil aber niemand E-Autos kauft, solange es vielerorts nicht genügend Ladesäulen gibt, sucht Volkswagen Verbündete wie den Handelsverband Deutschland. Die Idee: Einzelhandelsketten wie Aldi, Rewe oder Ikea sollen auf ihren Parkplätzen ihren Kunden Ladesäulen anbieten und so helfen, elektrisch mobil zu bleiben.

VW baut Batteriezellen

VW will künftig auch eigene Batteriezellen produzieren, um unabhängiger von asiatischen Lieferanten zu werden. Im Werk Salzgitter wurde im ersten Schritt nun eine Pilotfertigung für Kleinserien eröffnet. Dort sollen weitere Erfahrungen gesammelt werden. Das Projekt ist auch als Basis für eine Zellherstellung in größerem Rahmen angelegt.

Über eine Milliarde Euro

Bis zum Jahreswechsel 2023/24 will VW mehr als eine Milliarde Euro investiert. Dann soll auch eine mit dem schwedischen Start-up-Partner Northvolt betriebene Zellfabrik ihren Betrieb aufnehmen. Durch die Batteriezellproduktion sollen mittelfristig mehr als 1.000 neue Jobs in Salzgitter entstehen. 300 im jetzt eröffneten Entwicklungszentrum, weitere 700 im Joint Venture mit Northvolt. Die Zellfabrik wird ab dem kommenden Jahr gebaut, sie ist auf eine Größenordnung von 16 Gigawattstunden ausgelegt. Ebenfalls in Salzgitter soll 2020 eine Pilotanlage für Recycling von Batterien in Betrieb gehen. „Durch die Bündelung der Kompetenzen am Standort stellen wir sicher, dass wir die Weiterentwicklung der Batteriezellen als Schlüsselkomponente der Elektrifizierung selbst vorantreiben und schnell in die Serienfertigung überführen können“, sagt VW-Beschaffungsvorstand Stefan Sommer. Die Investition für den Einstieg in die Batteriezellfertigung in Deutschland hat der Aufsichtsrat im Mai freigegeben. -wh-

© Gmünder Tagespost 18.10.2019 17:53
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