Einfach super...lativ

  • Neue App von ShareNow Foto: © SHARE NOW/SHARE NOW/obs
Der Superlativ hat die schönste Karriere der deutschen Sprache hingelegt. Schon immer gerne gebraucht, erlebt er einen Höhenflug, den es niemals vorher gegeben hat. Wer nicht im Superlativ spricht, schreibt und textet, ist outer als out, nämlich am outesten. Für den modernen Hippster ist der Superlativ die schönste und geläufigste Steigerungsform des Adjektivs. Ohne ihn könnten soziale Medien wie Facebook oder Twitter gar nicht funktionieren. Wer kommentiert, findet nicht einfach nur gut, er findet superlativ.

Seinen Ursprung dürfte das Superlativ-Phänomen im besten Tal der Welt, im Silicon Valley haben. Wer sich dort als Unternehmer durchsetzen möchte, muss seine Geschäftsidee als beste aller Zeiten vermarkten, mindestens aber als weltverändernd. Mittlerweile erlebt auch Deutschland das heftigste Superlativ-Fieber aller Zeiten. So informierte das Autoverleih-Unternehmen ShareNow gerade seine Kunden darüber, dass nächste Woche „die am sehnlichsten erwartete Carsharing-App der Welt“ zur Verfügung steht. Ah, ja.

Es zeigt sich nämlich, wenn die Vergleichsgruppe überschaubar ist, stimmt der Superlativ immer: Die weltbeste Currywurst an dieser Straßenecke. Die beste Kuh in dieser Ecke des Stalls. Die beste Mannschaft am Ende der Tabelle. Der Verfasser dieser Zeilen ist sich übrigens sicher, dass es sich hierbei um die weltweit beste Glosse über den Superlativ handelt. Guido Bohsem
© Südwest Presse 08.11.2019 07:45
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