Nach dem Crash kühlen Kopf bewahren

Laut dem Statistischen Bundesamt ist die Zahl der Verkehrsunfälle in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Beim Großteil blieb es bei Sachschäden, doch die Konfrontation mit einem Unfall löst bei vielen Menschen einen Schock aus. Tipps zum richtigen Handeln nach einem Unfall.
  • Bei einer schwereren Kollision ist von allen Beteiligten besondere Umsicht gefragt.Foto: djd/Itzehoer Versicherungen

Einen kühlen Kopf bewahren und richtig handeln – das ist in solchen Stresssituationen wie nach einem Unfall leichter gesagt als getan. „Oberstes Gebot ist, dass man sich nie unerlaubt von einem Unfallort entfernen darf“, erklärt Thiess Johannssen von den Itzehoer Versicherungen.

Das gilt auch bei der kleinsten Delle beim Ausparken. Doch was tun, wenn etwa ein parkendes Auto angefahren wurde und der Besitzer sich nicht finden lässt? Reicht der Zettel an der Windschutzscheibe? „Nein, weil zunächst eine sogenannte Wartepflicht besteht“, erläutert Johannssen. Abhängig von äußeren Umständen wie Tageszeit, Ort und Schwere des Unfalls sollte der Verursacher mindestens 30 Minuten am Unfallort verbleiben. Kommt niemand, darf er weiterfahren, nachdem er den Unfall der nächsten Polizeidienststelle gemeldet hat. Am besten mit Angabe von Kennzeichen, Marke, Typ und Farbe sowie Standort des beschädigten Fahrzeugs.

Die wichtigsten Schritte

Bei einer schwerwiegenderen Kollision ist umso mehr Ruhe gefragt. Nur mit umsichtigem Verhalten kann man sich und andere Verkehrsteilnehmer schützen. Zudem ist bei jedem Unfall mit verletzten Personen sofort der Rettungsdienst unter der Rufnummer 112 zu verständigen!

Bei angefahrenen Tieren und Wildunfällen ist die Polizei zu benachrichtigen. Diese informiert die Forstverwaltung und gegebenenfalls einen Tierarzt.

Trotz der Ausnahmesituation sollte jeder Verkehrsteilnehmer die wichtigsten Schritte verinnerlicht haben. Der ADAC empfiehlt, zunächst die Unfallstelle für den nachfolgenden Verkehr abzusichern, ohne jedoch hierbei die eigene Sicherheit zu vernachlässigen. Das heißt: Warnblinkanlage einschalten, Warnweste überziehen und unter Beachtung des fließenden Verkehrs das Warndreieck in einer Entfernung von mindestens 100 Metern aufstellen.

Verletzte sollten in jedem Fall angesprochen und gegebenenfalls nach lebensrettenden Sofortmaßnahmen in die stabile Seitenlage gebracht werden. „Wer nicht hilft, macht sich bei einem Unfall strafbar“, warnt Johannssen.

Schon deshalb empfiehlt es sich, regelmäßig die Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen. Zur Hilfeleistung gehöre auch, einen Notruf abzusetzen: Angaben zu beteiligten Personen, Unfallort und -hergang helfen der Rettungsleitstelle, die Situation richtig einzuschätzen. Wichtig sei dabei, das Gespräch niemals selbst zu beenden, da die Leitstelle noch wichtige Rückfragen haben könnte. djd/ADAC

© Gmünder Tagespost 13.11.2019 19:59
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