Selbstbestimmt leben in Baden Württemberg mit gleichberechtigter Teilhabe

Viele Senioren fürchten sich vor dem Pflegeheim. Zwar hat der MdK (der medizinische Dienst der Krankenkassen) schon immer objektive Bewertungen für Alten- und Pflegeheime kostenlos im Internet veröffentlicht, jedoch waren die bisherigen Erhebungen tatsächlich in der Praxis nur wenig unvoreingenommen. Vielmehr wurden die Schulnoten für die unterschiedlichen Bereiche der Pflege dadurch eruiert, dass Mitarbeiter der Pflegeheime durch den MdK befragt wurden. Nach den neuen Standards sollen nun jedoch auch vermehrt Bewohner zu ihrem Aufenthalt in der Pflegeeinrichtung befragt werden, die Ergebnisse gibt es dann wie gewohnt im Internet kostenlos einzusehen.

Vor allem, wenn die Angehörigen in der Nähe wohnen und häufig in die Seniorenresidenz zu Besuch kommen, geht es den Bewohnern meistens gut. Leben die übrigen Familienmitglieder aber weit weg, oder im ganzen Land verteilt, ist es schon häufig passiert, dass Bewohner von Pflegeheimen „zu ihrer eigenen Sicherheit“ an das Bett gebunden werden oder die Körperpflege nicht in einem Maß stattfindet, welches der Menschenwürde entspricht. Da viele Familien um die Missstände in der Pflege wissen, möchten sie pflegebedürftige Angehörige am liebsten zu Hause betreuen.

Das Eigenheim barrierefrei einrichten: Treppen mit einem Seniorenlift ausstatten

Es ist für manche Familien eine Entlastung, wenn die Haushalte zusammengelegt werden und die ganze Familie in eine barrierefreie Wohnung oder in ein Haus mit einem behindertengerechten Erdgeschoss einzieht. Wer sein Haus nicht verkaufen oder an fremde Menschen vermieten möchte, kann auch mit finanzieller Unterstützung der eigenen Krankenkasse eine Etage im Eigenheim entsprechend ausstatten. Ein Treppenlift hilft den pflegebedürftigen Senioren dabei, auch einmal selbstständig in den Garten oder sicher in ein anderes Stockwerk im Haus zu gelangen. Bei der Anschaffung eines gebrauchten Seniorenlifts lässt sich Geld sparen, hier gibt es eine Auswahl an funktionalen Neu- und Gebraucht-Geräten: https://www.smienktreppenlifte.de/

Im Badezimmer kann die Badewanne entweder mit einer Tür ausgestattet werden, die den Einstieg in die Wanne erleichtert. Es gibt auch Badewannenlifte, die eine optimale Körperpflege ermöglichen. Viele Familien schaffen die Badewanne aber auch ganz ab und verlegen einen rutschfesten Bodenbelag im kompletten Badezimmer, welcher zu einer Ecke hin leicht abschüssig ist. Dies hat den großen Vorteil, dass pflegebedürftige Angehörige nun einfach im Zimmer bei der Körperpflege unterstützt werden können, ein gemütlicher Sitzhocker sorgt dabei für mehr Stabilität und beugt Stürzen vor.

Barrierefreie Wohnung: Was heißt das im Detail?

Barrieren stellen zum Beispiel alle Türschwellen dar, über die ein Rollator nur schwer, und ein Rollstuhl meistens gar nicht fahren kann. Soll mit einem Rollstuhl auch bis ins Badezimmer gefahren werden, müssen die Türen außerdem verbreitert werden. Haltegriffe neben der Toilette ermöglichen den pflegebedürftigen Menschen, so lange wie möglich an den täglichen Verrichtungen teilzuhaben und sich weitgehend selbst um die Körperhygiene kümmern zu können. Ein Waschbecken sollte niedriger sein für Rollstuhlfahrer und breiter, der Spiegel hängt leicht angeschrägt, sodass das Betrachten der eigenen Person auch im Sitzen problemlos möglich ist.

Leben ältere und vielleicht leicht demente Menschen im eigenen Haushalt, kann ein hausinternes Notruftelefon sinnvoll sein. So können sich die zu pflegenden Angehörigen auch einmal gefahrlos alleine im Haus bewegen, ohne ständig unter Aufsicht stehen zu müssen. Einige demente Menschen sind jedoch überaus anhänglich und halten sich ohnehin nur in der Nähe der Betreuer auf. Bei einem Sturz kann ein eventuell zu hoch angebrachter Notfallknopf unter Umständen nicht erreicht werden, hier können Geräte nützlich sein, welche direkt am Körper getragen werden. Nicht alle alten Menschen verstehen technische Geräte aber noch gut, daher sollte sich die Ausstattung eines Hausnotrufs auf einen simplen, roten und gut sichtbaren Knopf beschränken, ohne dass umständliche Einstellungen vorgenommen werden müssen. Um einen Notruf zügig abzusetzen, kann eine Auswahl an unterschiedlichen Bedien-elementen für zu viel Verwirrung sorgen.

Das Zusammenleben mit dementen Angehörigen

Der Alltag ist nicht immer leicht, wenn Mutter oder Vater langsam immer vergesslicher werden. Damit das Zusammenleben mit einem dementen Angehörigen nicht zum Albtraum wird, sollte sich die Familie so schnell wie möglich einen ambulanten Pflegedienst suchen, der zum Beispiel die Morgentoilette übernehmen kann und im Haushalt zur Hand geht. Außerdem kann es hilfreich sein, eine Selbsthilfegruppe zu besuchen, um mit anderen pflegenden Angehörigen in Kontakt zu treten. Institutionen wie Caritas oder VdK (Verband der Kriegsgeschädigten) bieten zum Beispiel außerdem Kinästhetik Kurse an, bei denen erlernt werden kann, wie die Pflege von Angehörigen nicht dazu führt, dass die eigene Gesundheit leidet und starke Rückenschmerzen durch falsche Bewegungen und nicht richtiges Heben den Alltag zusätzlich belasten.

Foto: Bild von Sabine van Erp auf Pixabay

© Gmünder Tagespost 18.11.2019 14:53
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