Hier schreibt das Schwäbisch Gmünder Akkordeonorchester

Mitreissende Rhythmen und tolle Klänge

  • „Six For Brass“ und das Schwäbisch Gmünder Akkordeonorchester begeisterten das Publikum im Festsaal des Predigers mit dem gemeinsamen Titel „Tijuana Taxi“ beim Konzert „Fascinating Rhythm“ im Festsaal des Predigers

Voll auf Ihre Kosten kamen die Besucher des Schwäbisch Gmünder Akkordeonorchesters am vergangenen Samstag beim Konzert „Fascinating Rhythm“ im voll besetzten Festsaal des Predigers. Gastauftritte des Bläser Ensembles „Six for Brass“ brachten zusätzliche Abwechslung für die Besucher.
Mit dem „Rakoczy-Marsch“ wurde das Publikum gleich schwungvoll in die Welt der leichten rhythmische Klassik entführt. Der Dirigent und musikalische Leiter Ulrich Hieber führte anschließend die Besucher in die Welt Bühnenmusik von Bizet ein, stand doch die „L’Arlésienne – Suite Nr. 2“ auf dem Programm. Mit vollem Register aus Akkordeons und Blechbläser der elektronischen Akkordeons und Keyboards begann die Pastorale, um dann im zauberhaften Wechselspiel aus solistischen und Tutti Passagen ein facettenreiches und rhythmisches Klangbild zu schaffen. Der zweite Satz – Intermezzo – begann ebenfalls im vollen Tutti, der Klang von Hörnern erfüllte den Prediger. Sehr differenziert dargeboten endete dieser Satz im ruhigen Piano mit federleichten Harfen-Arpeggien des Keyboards. Im Menuett brillierte die Soloflöte und die Harfe, gespielt am Elektronium von Bernhard Mühr und Dieter Ziesel am Keyboard, mit einem verzückenden Spiel im ruhigen Andantino. Absolut sicher und differenziert boten die beiden Solisten dem Publikum die Möglichkeit zum Träumen, so entzücktend war das Spiel. Im Mittelteil setze das ganze Orchester im Tutti einen Akzent, um anschließen wieder im Solospiel den Satz ausklingen zu lassen. Ein wunderschön feinfühlig dargebotener Satz des Akkordeonorchesters. Im letzten Satz – der Farandole – war rhythmisches Feingefühl und Präzision angesagt. Unterstützt durch Pauke und Tamburin gelang dies ausgezeichnet, steigerte sich das Tutti gekonnt bis zum bombastischen Finale. Langanhaltender Beifall war der verdiente Lohn für diese ausgewogene Darbietung. Mit „Six For Brass“ standen nun Blechbläser Solisten auf der Bühne des Predigers, die das Publikum mit einer Purcell Suite, der Ballettmusik aus „Der Nussknackker“ von Tschaikowsky und Caprio, einer Suite nach alten Tänzen von Warlock in ihren Bann zogen. Rhythmisch und differenziert dargeboten zeigten die Musiker ihr Können auf ihren Instrumenten Tuba, Posaunen und Trompeten. Nach der Pause ging es mit lateinamerikanischen Rhythmen weiter. Gleich zu Beginn versetzte das Akkordeonorchester das Publikum stimmungsvoll nach Brasilien mit dem effektvoll und rhythmisch sicher dargebotenen Medley „Brasilia“. Im stark akzentuiert vorgetragenen „Libertango“ von Piazzola in einer Popfassung, eigens für dieses Konzert arrangiert, zeigte das Orchester und die Rhythmusgruppe, nun verstärkt durch Hans-Peter Grosch an der Rhythmusgitarre, absolute Präzision bei den Piazzola eigenen Umspielungen. Eine tolle Nummer, die viel Beifall erhielt. Bei „Sway“ wechselte der Rhythmus zu ChaCha in Michael Bublé’s Pop_Version sehr differenziert und rhythmisch sicher dargebotenen Version. Tolle Akkorde und technisch ausgereiftes Spiel machten Spaß zuzuhören. „Six For Brass“ zeigten nun in ihrem zweiten Auftritt, dass sie auch in der Unterhaltungsmusik durchaus zu Hause sind. So standen mit Granada, Tea For Two, La Bamba und Tico Tico Ohrwürmer auf dem Programm, allesamt kurzweilig dargeboten von dem Bläserensemble. Ungewöhnlich für diese Besetzung war dann das Abschlussstück, stand mit „Bohemian Rhapsody“ doch ein Rock Klassiker von Queen auf dem Programm, den die sechs Musiker aber bravourös interpretierten und zurecht mit viel Beifall belohnt wurden. Wer kenn nicht die Ohrwürmer von Harry Belafonte – Mathilda, Island in the sun oder Angelina. In einem rhythmisch sehr anspruchsvollen Medley mit raumfüllenden Sounds von Vibraphone und Ölfässern wurden die Besucher in die Südsee entführt und zum Träumen eingeladen. Beim anschließenden „The Girl From Ipanema“ von A.C. Jobim gings geografisch zurück unter den Zuckerhut und rhythmisch zum Bossa Nova. Das Arrangement war hier abgestimmt auf das Gitarren Solo von Hans-Peter Grosch, der diese bekannte Melodie locker und luftig auf seiner Gitarre darbot. Eine tolle Improvisation der Gitarre im Mittelteil rundete diese tolle Vorstellung ab. Mit „Desafinado“ ging es nochmals im Bossa Nova weiter, locker und leicht von Orchester und Rhythmusgruppe dargeboten. Den Abschluss bildete der Swing Klassiker „Tijuana Taxi“ im Stil von Herb Alpert, welches Akkordeonchester und Bläsergruppe zusammen darboten. Im glänzenden Tijuana Swing zeigten alle Akteure zusammen, dass Musik einfach nur Spaß macht. So rissen die Musiker mit dieser Darbietung die Besucher von den Sitzen, so dass eine Zugabe nicht ausblieb. So endete ein tolles Konzert mit facettenreichem Programm, das den Zuhörern sichtlich Spaß gemacht hat und die sicher manche Melodie noch auf dem Nachhauseweg summten.

© Schwäbisch Gmünder Akkordeonorchester 24.11.2019 16:54
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