Wenn Schüler aneinander und miteinander wachsen können

Der 3. Dezember ist ein wichtiger internationaler Aktionstag. Großartige Beispiele der Inklusion finden sich aber längst vor unserer Haustür.
  • Umgekehrte Inklusion: Hörende und hörgeschädigte Kinder werden in St. Josef gemeinsam unterrichtet. Foto: privat

Dass die Würde, die persönlichen Rechte und das persönliche Wohlergehen jeden Menschen betreffen, soll am 3. Dezember 2019 mit dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung erinnert werden. Zum Abschluss des Jahrzehnts der Menschen mit Behinderungen haben die Vereinten Nationen (UNO) diesen Gedenk- und Aktionstag ausgerufen. Der Tag ist auch noch als Internationaler Tag der Behinderten bekannt, da dies bis 2007 die offizielle Bezeichnung war. Sobald die Teilnahme an einem gesellschaftlichen Leben durch körperliche, geistige oder seelische Einschränkungen erschwert ist, wird von einer Behinderung gesprochen. Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen soll auf entsprechende Nachteile betroffener Person aufmerksam machen.

Umgekehrte Inklusion bei St. Josef – eine Schule öffnet sich

Begonnen hat der Prozess durch die enge Kooperation der Kindergärten St. Josef und St. Paul (KiFaz Vinzenz von Paul). Im Rahmen der umgekehrten Inklusion spielen und lernen hörende und hörgeschädigte Kinder seit 2016 von- und miteinander. Der gemeinsame Träger und das gemeinsame Wertesystem erleichterten damals den Einstieg – Elternengagement und das gute Miteinander der Erzieherinnen und Mitarbeiterinnen taten ihr Übriges.

Weiter ging es mit der Öffnung des beruflichen Gymnasiums der dreijährigen Aufbauform. Hier kann St. Josef jährlich drei bis fünf Plätze in der 11 Klasse anbieten. Inzwischen ist die Aufnahme hörender Schülerinnen und Schüler in allen Abteilungen (GS, WRS, RS, SG) möglich.

Voraussetzungen für eine Aufnahme im Rahmen der umgekehrten Inklusion sind neben der sehr begrenzten Platzzahl auch die Einstellung und das Mittragen des Wertesystems der Schule. Man ist hier überzeugt, dass alle Schüler, egal ob mit oder ohne Hörschädigung, ein Recht auf eine individuelle Förderung ihrer Entwicklung und einer Anerkennung ihrer unterschiedlichen Bedürfnisse haben. Schüler unterscheiden sich grundsätzlich, und diese Vielfalt gilt es voll und ganz zu akzeptieren und wertzuschätzen. Alle profitieren von der ruhigen Spiel-, Lern- und Arbeitsatmosphäre, alle haben Anteil an einem ganzheitlichen Förderprogramm. So wird es möglich, dass die Schüler aneinander und miteinander wachsen können.

Plätze für das kommende Schuljahr sind insbesondere der zweijährigen Werkrealschulklasse (mit bestandenem Hauptschulabschluss) und des sozialwissenschaftlichen Gymnasiums (Eingangsklasse) zu vergeben.
Bei Interesse gibt es Infos unter:
sekretariat@st-josef-gd.de.

© Gmünder Tagespost 29.11.2019 21:52
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