Lesermeinung

Zu den Berichten über die Fahrraddemonstration

Wie in Ihrer Zeitung bezüglich der für den Klimaprotest-Freitag geplanten Fahrraddemo berichtet wurde, hat mich verärgert. Neben den Fakten, Ihrer Berichterstattung über das Hin und Her zwischen Fahrradlern, Stadtverwaltung und Verwaltungsgericht, wurden gleich zwei mal ausschließlich negative und den Organisator Volker Nick übelst beleidigende Facebook-Posts aneinandergereiht. So konnte der Eindruck entstehen, als handle es sich um eine Anmaßung, mit einer besonderen Idee hier in Schwäbisch Gmünd für Klimaschutz einzutreten. Das ist unfair!

Während eine Mehrheit im EU-Parlament überraschenderweise den Klima-Notstand ausruft und auf der ganzen Welt zum vierten Mal überwiegend junge Menschen im Millionenbereich für ein radikales Umdenken eintreten, ist es doch erschreckend, wie Politiker in Deutschland mit eher kosmetischen Maßnahmen reagieren und sich die Stadt Schwäbisch Gmünd im geregelten Ablauf, sprich dem Freitagnachmittags-Verkehr, nicht stören lassen will. Es soll möglichst so weitergehen wie bisher, das ist am bequemsten und man fühlt sich, wie in den Facebook-Kommentaren deutlich wird, äußerst cool dabei. Gerade deshalb sind bewusste Störungen das passende Mittel, um einem Notstand entsprechend Alarm zu schlagen und warum nicht mit einer Durchquerung des Einhorn-Tunnels mit Fahrrädern zu einer Verkehrs-Stoßzeit am Freitagnachmittag? Sonst wird nichts passieren, das der Rede wert wäre und dem menschengemachten Klimawandel wirklich Einhalt gebietet. Respekt übrigens für den Gmünder Fahrradkurier-Betrieb, der sich im Alltag sichtbar gut etabliert hat - ein Start-up mit bezauberndem Charme und den künftigen Erfordernissen weit voraus!

© Gmünder Tagespost 01.12.2019 20:18
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Kommentare

In my humble opinion

>...und sich die Stadt Schwäbisch Gmünd im geregelten Ablauf, sprich dem Freitagnachmittags-Verkehr, nicht stören lassen will.<

Ich denke, dass Ihnen der Blick für die Größenordnung abhandengekommen ist.

Während vielleicht 200 Fahrradfahrer durch den Tunnel fahren würden, wären es sicherlich weitaus mehr Fahrzeuge, die anstatt durch den Tunnel zusätzlich zum normalen Freitagsnachmittags-Chaos in der Stadt Abgas und Feinstaub erzeugen würden.

Sicher braucht 'die Politik' immer wieder 'Anregungen', um sich in die richtige Richtung zu bewegen, aber diese Art, statt auf den Esel auf den Sack einzuschlagen, bringt die Sache definitiv nicht voran.