Leserbeitrag von Dieter Ziesel

Danke, Herr Länge, für die deutlichen Worte

Der Kommentar von Herrn Länge zur Raddemo durch den Einhorntunnel hat mit aus der Seele gesprochen. Die Argumentation muss ich nicht wiederholen, die ist stichhaltig und nachvollziehbar. Ja, Demonstrationen gehören zu unserer Demokratie und das ist gut so. Dennoch muss in Frage gestellt werden ob eine Fahrt mit dem Fahrrad durch den Tunnel die Bürger überhaupt im Sinne der Demonstrierenden und ihren Zielen erreicht, denn außer Kopfschütteln habe ich für dieses Vorhaben kaum andere Reaktionen im Kollegen- und Bekanntenkreis gesehen. Außer Frust bei den Pendlern und vielen Gmünder Bürgern wäre da nicht viel hängengeblieben bzw. allein das Vorhaben wird gar als pure Provokation aufgefasst. Nein, ich bin kein Radgegner, ich fahre selbst die meiste Zeit des Jahres mit dem Fahrrad zur Arbeit und fühle mich auch des Öfteren nicht wohl auf dem Fahrrad, weil es eng und gefährlich zugeht auf Gmünds Straßen und den oft zugeparkten Radwegen. Aber hier pauschal die Autofahrer anzuprangern, wie auch in einem Leserbrief geschehen, ist nicht fair und zu einfach. Ein Beispiel: Letzten Freitag war ich mit dem Auto auf der Hardtstraße unterwegs. Vor mir ein Radfahrer, der sage und schreibe drei rote Ampeln einfach überfahren hat und seinerseits eine Fußgängerin und Autofahrer zum Ausweichen gezwungen hat. Ein Einzelfall? Nein – ich könnte einige weitere Beispiele aus der eigenen Erfahrung aufzählen als ich auch mit dem Rad unterwegs war. Aber: wenn sich alle an Verkehrsregeln halten und zudem Rücksicht nehmen geht es miteinander viel besser. Immer nur auf die anderen zu zeigen ist zu einfach gedacht. Ich hoffe zudem, dass sich die Organistoren der Raddemo für die nächste Demo besinnen und ihre Route gleich gar nicht durch den Tunnel planen. Denn im Sinne der wirklich sinnvollen und guten Initiative müssen die Ziele im Vordergrund stehen und nicht um jeden Preis die Aufmerksamkeit auf Kosten vieler Pendler und Gmünder Bürger, die dadurch massiv belästigt und beeinträchtigt werden. Rettet die Glaubwürdigkeit eurer Demo indem ihr auf eine provokante Fahrt durch den Einhorntunnel verzichtet!

© Dieter Ziesel 03.12.2019 18:05
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