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Gmünder Tunnelblick

Zur geplanten Fahrraddemo durch den Einhorntunnel am 29. November:

War das Anliegen richtig und angemessen, am weltweiten Klima-Aktionstag in der Autostadt Schwäbisch Gmünd den Einhorntunnel für eine Fahrraddemonstration zeitweise zu sperren? Ja, denn der Verkehr hat einen Anteil von 32 Prozent an den CO2-Emissionen in Baden-Württemberg.

Seit 1990 ist dies der einzige Sektor, in dem nicht nur nichts passiert ist, sondern sogar eine Steigerung von neun Prozent verzeichnet wurde.

Ab dem 6. November informierte die Baden-Württemberg Stiftung mit einer Ausstellung auf dem Münsterplatz über ihre Studie zur klimagerechten Mobilität der Zukunft, an der auch Porsche, Daimler, Bosch sowie die Gewerkschaften mitwirkten. Das Interesse war der Bevölkerung war verhalten. Der Vortrag des Leiters der Studie Klaus Amler, der andernorts vor 700 Zuhörern spricht, erreichte in Schwäbisch Gmünd noch nicht einmal 20 Menschen.

Der fortschreitende Ausbau der B 29 mit einer geplanten autobahnähnlichen Verbindung vom Rheintal bis nach Ingolstadt führt zu einer Verdoppelung des Verkehrs und macht diese Straße zum aktuell größten Klimakiller weit und breit. Insofern war die Tunneldemo-Provokation an diesem Tag und an diesem Ort mehr als gerechtfertigt.

© Gmünder Tagespost 06.12.2019 20:39
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Kommentare

In my humble opinion

>Ja, denn der Verkehr hat einen Anteil von 32 Prozent an den CO2-Emissionen in Baden-Württemberg.<

In diesem Zusammenhang stelle ich immer eine unzulässige Verkürzung der Aussage fest, richtig müsste es heißen 'Ja, denn der Verkehr hat zur Zeit noch einen Anteil von 32 Prozent an den CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen in Baden-Württemberg.'

In wie weit das Fahrrad selbst beim Nahverkehr einen signifikanten Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen leisten kann, darüber können wir sicherlich trefflich streiten, Tatsache ist allerdings, dass es unterschiedliche Ansätze gibt, von den Batterie- über die Brennstoffzellen-Antriebe für ÖPNV und Individualverkehr, vom rein elektrischen Transport über Bahn, Straßenbahn und O-Bus, über Syn-Gas und Syn-Fuel für das Transportwesen und die Luftfahrt, wo das CO2 dann eben nicht mehr aus fossilen Quellen stammt, sondern im technischen Kreislauf bleibt.

Die ganz große Frage ist allerdings, welchen Anteil der Transport von Menschen und Material an unserem Wohlstand hat, Exzesse wie Amazon und dergleichen nicht ausgeschlossen.

Den Gegenentwurf bieten die Völker im ( noch verbliebenen ) Urwald, die 'noch nie Kontakt zur Zivilisation' gehabt haben ( sollen ).

BUND e.V.

In my humble opinion schrieb am 07.12.2019 um 00:11

>Ja, denn der Verkehr hat einen Anteil von 32 Prozent an den CO2-Emissionen in Baden-Württemberg.<

In diesem Zusammenhang stelle ich immer eine unzulässige Verkürzung der Aussage fest, richtig müsste es heißen 'Ja, denn der Verkehr hat zur Zeit noch einen Anteil von 32 Prozent an den CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen in Baden-Württemberg.'

In wie weit das Fahrrad selbst beim Nahverkehr einen signifikanten Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen leisten kann, darüber können wir sicherlich trefflich streiten, Tatsache ist allerdings, dass es unterschiedliche Ansätze gibt, von den Batterie- über die Brennstoffzellen-Antriebe für ÖPNV und Individualverkehr, vom rein elektrischen Transport über Bahn, Straßenbahn und O-Bus, über Syn-Gas und Syn-Fuel für das Transportwesen und die Luftfahrt, wo das CO2 dann eben nicht mehr aus fossilen Quellen stammt, sondern im technischen Kreislauf bleibt.

Die ganz große Frage ist allerdings, welchen Anteil der Transport von Menschen und Material an unserem Wohlstand hat, Exzesse wie Amazon und dergleichen nicht ausgeschlossen.

Den Gegenentwurf bieten die Völker im ( noch verbliebenen ) Urwald, die 'noch nie Kontakt zur Zivilisation' gehabt haben ( sollen ).

E-Mobilität im Remstal gibt es täglich für tausende Bahnfahrer (seit 1971 ist die Strecke elektifiziert) Der Anteil regenerativer Energien am Bahnstrom betrug 2018 57% insofern speist sich der Verkehr zwar überwiegend, jedoch nicht ausschließlich auf fossilen Brennstoffen.

Wollen wir die Klimaziele von Paris, auf die Deutschland sich verpflichtet hat, erreichen ist der bloße Wechsel vom Verbrenner auf das private E-Auto keine Option. Antwort auf viele Fragen zur Studie Mobiles Baden-Württemberg gibt es unter  https://www.mobiles-bw.de/

In my humble opinion

BUND e.V. schrieb am 07.12.2019 um 13:36

... https://www.mobiles-bw.de/

Vielen Dank für den Link, als ich >Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Automobilwirtschaft und Verbänden haben im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung auf Initiative des BUND Baden-Württemberg drei mögliche Zukunftsbilder für die Mobilität in Baden-Württemberg im Jahr 2050 entwickelt.< gelesen habe, war mir klar, dass es sich um einen Tagtraum handelt. Glücklicherweise für die Stiftung und die Expertinnen und Experten ist 2050 derart weit in der Zukunft, dass keinerlei Rechtsanspruch auf die Einhaltung frommer Wünsche besteht.

Der schwache Hinweis auf die Bahn mit >Der Anteil regenerativer Energien am Bahnstrom betrug 2018 57% insofern speist sich der Verkehr zwar überwiegend, jedoch nicht ausschließlich auf fossilen Brennstoffen.< ist zudem inhaltlich nicht konsistent, auf alle anderen Ideen und Fragestellungen sind Sie nicht eingegangen.

Wir müssen aufpassen, dass wir die Überschrift "Gmünder Tunnelblick" nicht allzu wörtlich nehmen.