Zahl der Gründungen legt weiter zu

Konjunktur Die Qualität der Firmengründungen in der Start-up-Region Ostwürttemberg ist weiter gestiegen und damit auch die Überlebenschancen der jungen Unternehmen.
  • Im Gründungsreport der Industrie- und Handelskammer schneidet die Region Ostwürttemberg gut ab. Foto: stock.adobe.com/Tierney

Aalen

Vor allem der Dienstleistungssektor ist beliebt und die Industrie bleibt auf hohem Niveau. Der Anteil der Nebenerwerbsgründungen erreicht neue Rekorde. Einziger Wermutstropfen: die gute Konjunktur bremst die Gründungsintensität, die leicht abgenommen hat.

„Neugründungen sind für die Start-up-Region Ostwürttemberg wichtig, denn damit kommen Innovationen und neue Geschäftsmodelle verstärkt in den Markt und zugleich werden auch viele neue Arbeitsplätze geschaffen“, erklärt Michaela Eberle, IHK-Hauptgeschäftsführerin. Die Qualität und Substanz der Gründungen in Ostwürttemberg nimmt weiter zu. Inzwischen ist der Anteil der Gründungen, die im Handelsregister eingetragen werden, weiter auf mittlerweile 16 Prozent gestiegen.

3600 neue Jobs

Handelsregistergründungen gelten als substanzieller und sind häufig mit größeren Arbeitsplatzeffekten verbunden, die bei jungen Unternehmen sehr positiv ausfallen: Es wurden in den drei untersuchten Jahren fast 3600 neue Jobs geschaffen. Davon beinahe 2200 Vollzeitstellen. Ein wichtiger Indikator ist auch der Gründungssaldo, also die Differenz zwischen An- (9314) und Abmeldungen (8643) von Unternehmen. Dieser Saldo ist weiter positiv und unterstreicht den Erfolg der Gründungen. Um rund 670 Unternehmen nahm der Bestand zu.

High-Tech-Gründungen

Ein besonders bedeutender Sektor der Gründungslandschaft sind wissensbasierte und technologieorientierte Gründungen. Bereits zum zweiten Mal untersucht die IHK, auf Basis der Definition des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, diesen Bereich. Das erfreuliche Ergebnis: Mit einem Anteil von fünf Prozent am Gesamtgründungsgeschehen bleibt der Anteil der High-Tech-Gründungen in Ostwürttemberg weiterhin stabil. Deren hohe Substanz wird schon alleine dadurch unterstrichen, dass fast 36 Prozent dieser Gründungen im Handelsregister eingetragen werden. Hinter diesem Segment verbergen sich Spitzentechnologien, hochwertige Technik sowie technologie- und wissensintensive Dienstleistungen.

Gründungsdynamik

In Ostwürttemberg gab es im Zeitraum von 2016 bis 2018 insgesamt über 9000 Gewerbeanmeldungen. Wichtige Kennzahl ist dabei die Gründungsintensität, also die Gründungen je 1000 Einwohner. In allen Mittelbereichen war die Gründungsintensität gegenüber den Jahren 2013 bis 2015 leicht rückläufig. Die Anteile am Gründungsgeschehen sind dabei jedoch unterschiedlich verteilt.

Die höchste Gründungsdynamik weist mit 6,1 Gründungen je 1000 Einwohner der Mittelbereich Aalen auf, der einen Anteil von 31 Prozent an den Gewerbeanmeldungen im Untersuchungszeitraum auf sich vereint. Mit einer Gründungsintensität von 5,9 je 1000 Einwohner folgt knapp dahinter Schwäbisch Gmünd, das mit 33 Prozent auch einen etwas höheren absoluten Anteil an den Gewerbeanmeldungen besitzt. Mit etwas Abstand, Anteil 27 Prozent und einer Gründungsintensität von 5,4 folgt auch bereits der Mittelbereich Heidenheim, der dem Landkreis gleichzusetzen ist. Mit deutlichem Abstand liegt Ellwangen mit einem Anteil von neun Prozent und einer Gründungsintensität von 4,2 weit hinter den anderen Mittelbereichen.

Markus Schmid, Leiter des Geschäftsfelds Gründung und Unternehmensförderung, sagt dazu: „Ostwürttemberg folgt damit dem bundesweiten Trend einer gesunkenen Gründungsneigung. Doch Qualität geht für uns vor Quantität. Insofern ist aus unserer Sicht dieser leichte Rückgang, der vor allem der guten Konjunktur geschuldet ist, nicht besorgniserregend.“

Branchentrends

Eine besonders hohe Gründungsdynamik verzeichnet der Dienstleistungssektor. Dessen Anteil stieg im Vergleich zur Vorgängerstudie erneut um vier Prozent auf 48 Prozent der Gründungen. Mit einem Anteil von 25 Prozent folgt danach zwar der Handel, der allerdings mehr Gewerbeabmeldungen wie Anmeldungen in den Jahren 2016 bis 2018 hatte und dessen Unternehmensbestand damit sank. Mit einem Anteil von 19 Prozent sind die Industriegründungen auf einem weiterhin erfreulich hohen Niveau.

Wie auch in den vergangenen Jahren ist der Anteil der Gründungen im Tourismus mit nur acht Prozent gering. In der Branchenstruktur der Gründungen spiegelt sich die Stärke der Region in der Produktion sowie bei unternehmensnahen Dienstleistungen wider. Der Handel profitiert, trotz zunehmendem Onlinehandelsanteil, vom hohen Einkommensniveau in der Region.

IHK

 Weitere Informationen zum IHK-Gründungsreport Ostwürttemberg gibt es online unter https://www.ostwuerttemberg.ihk.de.

© Gmünder Tagespost 20.12.2019 14:38
1565 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy