Land am Rand

Wandern auf Schattenwegen

Der Klimawandel ist auch auf den Wanderrouten unterwegs. Wenn die Temperaturen immer stärker ansteigen, brauchen die Fußgänger mehr Schatten. Auf diesen simplen Zusammenhang wies Jochen Becker vom Deutschen Wanderinstitut in Marburg hin, als er vier Pfade in Premiumqualität im Schwäbischen Wald auszeichnete.

Die Streckenführung weg von der Hitze bekomme eine immer größere Bedeutung, erklärte der Fachmann, der sich seit 14 Jahren mit dem Wandern und der dafür notwendigen Infrastruktur befasst. Auf kahlen Hochflächen müssten nach Möglichkeit Bäume gepflanzt werden. Deshalb seien die Wege im Wald zwischen Murrhardt und Welzheim besonders wertvoll.

Was als „Feenspuren“ äußerst romantisch anmutet, führt tatsächlich durch geheimnisvolle Schluchten und durch sagenumwobene Täler mit vielen Wasserfällen im Miniaturformat. Namen wie jener der Geldmachersklinge lassen erahnen, dass in diesen trubelfernen Gebieten manche Kapitel seltsamer Geschichten geschrieben worden sein könnten.

Doch in Sicherheit wiegen können sich im Schwäbischen Wald weder Wanderer noch Wegewarte, gab Jochen Becker zu bedenken. Weil das veränderte Klima auch stärkere Niederschläge mit sich bringen werde, warnte der Fachmann vor leichtsinnigen Unternehmungen. Wenn öfter mit Hochwasser zu rechnen ist, nimmt eben auch die Gefahr an den Bächen zu. Wer durchnässt wird, kann sich nicht einmal von der Sonne trocknen lassen. Da kann vielleicht die namensgebende Fee helfen. Hans Georg Frank
© Südwest Presse 14.01.2020 07:45
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