Sicherheit

Stefanie Hinz ist die erste Landes-Polizeipräsidentin

Die neue Chefin will „in die Organisation hineinhören und herausfinden, wo der Schuh drückt“.
  • Stefanie Hinz ist Chefin der baden-württembergischen Polizei. Foto: Oliver Kraus/dpa
Bei einem Festakt in seinem Ministerium hat Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Montagnachmittag die neue Chefin der Landespolizei, Stefanie Hinz, in ihr Amt eingeführt. Die 47-Jährige trat Anfang Januar die Nachfolge des pensionierten Gerhard Klotter an.

Hinz ist die erste Frau in dieser Position, und im Gegensatz zu ihrem Vorgänger, der schon fast 40 Jahre Uniform trug, bevor er Chef der Landespolizei wurde, hat sie nicht innerhalb der Sicherheitsbehörde Karriere gemacht. Wie schon früher im Land üblich, ist die neue Präsidentin Juristin.

Hinz, die aus Schleswig-Holstein stammt und Anfang der 90er Jahre zum Studium nach Heidelberg kam, hat in der Verwaltung des Landes Karriere gemacht. Nach Studien (Geschichte, Politikwissenschaft, Öffentliches Recht und Jura), die sie mit Promotion und beiden juristischen Staatsexamen abschloss, arbeitete sie im Informatikzentrum des Landes. Nach zwei Jahren wechselte sie als Referentin ins Regierungspräsidium Stuttgart. 2007 nahm sie ihre erste Tätigkeit im von Heribert Rech (CDU) geführten Innenministerium auf, als Referentin in der Zentralstelle. 2011 ging Hinz zum Städtetag, wo sie stellvertretende Hauptgeschäftsführerin wurde, bis sie Anfang 2018 eine Stelle als Abteilungsleiterin (Strategie, Recht, Europa und Außenwirtschaft) im Wirtschaftsministerium antrat.

Ihren Schreibtisch im Neuen Schloss hat Hinz Ende 2019 geräumt, um erneut ein Büro im Innenministerium zu beziehen. Von dort aus führt sie nun rund 32 000 Mitarbeiter, darunter gut 24 500 Vollzugsbeamte – nach den Lehrern ist das der zweitgrößte Personalkörper des Landes. „In ihren bisherigen Führungsfunktionen hat sie stets ein Höchstmaß an Umsicht und Weitblick bewiesen, was sie für das Amt der Landespolizeipräsidentin geradezu prädestiniert“, lobte ihr neuer Vorgesetzter Strobl.

Hinz selbst kündigte an, sie wolle „in die Organisation hineinhören und herausfinden, wo der Schuh drückt“. Damit dürfte sie einstweilen gut beschäftigt sein. Die frisch reformierte Landespolizei arbeitet seit Anfang des Jahres in einer intern wenig geliebten neuen Organisationsstruktur. Ein neues Polizeigesetz ist gerade in der Mache, und die geplanten neuen Kompetenzen, auf die sich CDU und Grüne nach langem Ringen einigen konnten, gehen, wie zu hören ist, vielen Beamten nicht weit genug. Zudem herrscht Personalnot, es rollt gerade eine ausgewachsene Pensionierungswelle durch die Reviere und die Ausbildung der neuen Anwärter bindet viel Personal.

Axel Habermehl
© Südwest Presse 14.01.2020 07:45
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