Lesermeinung

Zum Neujahrsempfang der Stadt Schwäbisch Gmünd:

„Es lebe die Meinung“ – mit diesem Zitat aus der Neujahrsrede des ehemaligen Staatssekretärs, Dr. h.c. Böhmler möchte ich meinen Leserbrief beginnen und es zugleich wörtlich nehmen. Es hat mich verwundert, wie beim Neujahresempfang der Stadt Schwäbisch Gmünd dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Kultur so viel Redezeit zu allen möglichen politischen Themen eingeräumt wird, obwohl er kein politisches Mandat innehat. Eine seltsame Tradition, die man im nächsten Jahr überdenken sollte. Denn Herr Böhmler sprach nicht für alle im Saal mit seinen teilweise merkwürdigen Aussagen zu Mehrheitsverhältnissen im Gmünder Gemeinderat, der Amazon-Entscheidung oder selbst ernannten Meinungszensoren. Mehr sprach er wohl den Mitgliedern der CDU aus der Seele, dafür ist der Neujahresempfang der Stadt aber ungeeignet. Auch unverständlich war die Rede an der Stelle, als Herr Böhmler die Besorgnis über Studien äußert, in denen scheinbar 78 Prozent der Befragten den Artikel fünf des Grundgesetzes nicht kennen. Da kann ich ihn aber beruhigen. Eine Zensur findet in Deutschland nicht statt, im Rahmen der allgemeinen Gesetze darf alles gesagt werden, solange der Mut aufgebracht wird, auch die entsprechenden Reaktionen auf die jeweiligen Äußerungen zu ertragen. Weshalb für die Meinungsfreiheit die Courage, auch kontroverse Diskussionen anzustoßen, unabdingbar ist. Darum freue ich mich jetzt schon auf Leserbriefe von Seiten der CDU und wünsche allen Bürgerinnen und Bürgern ein gutes neues Jahr!

© Gmünder Tagespost 14.01.2020 20:50
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