Investmenttrends 2020

Sparer leiden weiterhin unter der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Eine aktuelle Statistik der Bundesbank verdeutlicht dies: Deutsche Banken bezahlen für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist im Durchschnitt 0,12 %. Dieser Zinssatz liegt weit unter der Inflationsrate. Das bedeutet, dass das Vermögen der Anleger an Kaufkraft verliert. Deshalb lohnt es sich für Sparer, Alternativen zu suchen. Experten sehen einige gewichtige Investmenttrends im Jahr 2020, diese Kapitalanlagen versprechen eine höhere Rendite.

In die Zukunftsbranchen investieren: Digitalisierung und Klimaschutz

Die Aktienmärkte haben sich 2019 positiv entwickelt. Der deutsche Leitindex DAX gewann rund 25 % hinzu, in den ersten Tagen des Jahres 2020 ging es ebenfalls nach oben. Keiner kann vorhersagen, ob dieser Trend anhält. Verschiedene Risiken wie Handelskonflikte und eine sich eintrübende Konjunktur könnten den Märkten einen Dämpfer verpassen. Deshalb empfiehlt sich bei allgemeinen Investitionen eine gewisse Vorsicht. Doch für Aktiengesellschaften bestimmter Branchen dürften die Aussichten 2020 und darüber hinaus weiterhin rosig sein. Das betrifft alle Unternehmen, die im Bereich der beiden Megatrends Digitalisierung und Klimaschutz Umsätze erzielen. Das sind zum Beispiel IT-Unternehmen und alle Firmen, die Anlagen und Dienstleistungen für die Energiewende bieten.

Bestenfalls streuen Anleger ihr Kapital breit über Aktien in diesen beiden Sektoren. Es kann immer sein, dass das Geschäftskonzept einer einzelnen Firma oder einer Spezialbranche nicht aufgeht. Mit Risikostreuung entgehen Investoren dieser Gefahr. Bei geringeren Anlagesummen verwirklichen sie diese mit Investmentfonds und günstigen ETFs.

Crowdlending: die Schwarmfinanzierung

Es gibt auch ansprechende Möglichkeiten, bei denen Anleger online Geld verdienen können. Dazu zählt das Crowdfunding, das Crowdlending stellt eine Unterform dar. Beim Crowdlending leihen private Anleger anderen Privatpersonen Geld. Die möglichen Kreditnehmer melden sich auf entsprechenden Online-Plattformen an und erhalten von diesen nach einer Bonitätsprüfung einen individuellen Zinssatz zugeteilt. Anschließend stellen sie sich und ihren Kreditwunsch auf einem persönlichen Profil vor, private Anleger können bis zu einer gewissen Frist Teilbeträge zeichnen. Kommt am Ende die gesamte Kreditsumme zusammen, wird der Privatkredit Realität. Das entsprechende Portal sammelt zusammen mit einer Bank das Geld ein, überweist es dem Kreditnehmer, nimmt die Raten entgegen und verteilt es anteilig auf die Kreditgeber. Die Zinssätze bei diesen Privatkrediten sind wesentlich höher als bei Tages- und Festgeldern, weil diese Privatkredite mit einem erhöhten Ausfallrisiko einhergehen. Dank geringer Mindestanlagebeträge können Anleger die Risiken aber streuen, indem sie in vielfältige Kreditprojekte investieren.

Immobilien auch 2020 beliebtes Investmentobjekt

[p]Seit der Banken- und Eurokrise und dem Start der Niedrigzinspolitik boomt der Immobilienmarkt. Immobilien gelten als eine der sichersten Anlageformen, weil keine Gefahr der inflationären Entwertung besteht. Immobilie bleibt Immobilie, auch wenn die Kaufkraft des Geldes schwindet. Die niedrigen Zinsen machen Baufinanzierungen zusätzlich attraktiv. Grundsätzlich existieren folgende Optionen, um von Immobilieninvestments zu profitieren:[/p]

  • Kauf eines Eigenheims: Die Rendite ergibt sich dadurch, dass Besitzer ihr Leben lang keine Miete mehr zahlen müssen.
  • Kauf einer Mietwohnung oder eines Miethauses: Die Mieten stellen ein gewichtiges Zusatzeinkommen dar. Interessierte sollten jedoch den Aufwand und die Gefahr von Mietausfällen bedenken.
  • Immobilienfonds: Offene Immobilienfonds investieren in eine Vielzahl an Objekten, das minimiert die Gefahr von Mietausfällen. Anleger können sich bereits mit kleinen Summen beteiligen.

Bei Immobilien ist wichtig, wo sie sich befinden. Die Immobilienmärkte entwickeln sich je nach Land, Region und Stadt unterschiedlich. In Deutschland prognostiziert das Hamburgische WeltWirtschaftsinstitut für mehr als die Hälfte der Städte und Landkreise bis 2030 eine erhebliche reale Wertsteigerung. Vor allem in Großstädten und Ballungszentren bleibt die Nachfrage nach Mietobjekten hoch.

Bild von Tumisu auf Pixabay

© Gmünder Tagespost 16.01.2020 10:33
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