Bäcker sorgen für den Genuss

Zweifelsfrei sind Weihnachten und Ostern traditionelle Festtage, an denen Backwaren aller Art Hochkonjunktur haben – doch Bäcker und Konditoren sorgen täglich für Gaumenfreude.
  • Der Auszubildende Tobi Gennrich arbeitet gerne mit den Händen.Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Am frühen Nachmittag neigt sich der Tag für Tobi Gennrich dem Ende zu. Denn der 17-Jährige aus dem brandenburgischen Velten macht eine Ausbildung zum Bäcker und steht früh auf. Dementsprechend zeitig geht er ins Bett. Schon während der Schulzeit hat er in einer Bäckerei & Konditorei gejobbt. Ihn fasziniere, dass die oft noch sehr traditionsreichen Familienbetriebe nach wie vor viel Wert auf Handarbeit legen. „Dass das keine Maschinen machen – das ist das, was mir gefällt.“ Besonders viel Spaß macht es ihm, Brötchen zu wirken, also den Teig dafür in die gewünschte Form zu bringen.

Zurzeit steht er morgens um drei Uhr auf und fängt um vier an zu arbeiten. „Nachts aufzustehen macht mir nichts aus“, betont er. Wer Bäcker werden wolle, dürfe davor keine Scheu haben. Und mathematisches Verständnis sei wichtig – zum Beispiel für die Berechnung von Mischungsverhältnissen bei der Teigherstellung. Karl-Dietmar Plentz, Bäckermeister und Geschäftsführer der Bäckerei & Konditorei Plentz, ist es wichtig, in seinem Betrieb unterschiedliche Charaktere zu fördern. Es bekämen auch junge Menschen eine Perspektive, „die eine zweite Chance im Leben brauchen.“

Nachwuchs dringend gesucht

Am Wochenende sei in der Backstube besonders viel los, erzählt Azubi Tobi Gennrich. Ebenso an Feiertagen, wenn in vielen Familien gutes Brot und Gebäck auf den Tisch kommt. An solchen Tagen wird viel verkauft. Der Gründonnerstag zum Beispiel zähle zu den fünf besten Tagen im Jahr, wie der Chef erzählt. Speziell zur Osterzeit wird in vielen Bäckereien Osterbrot gebacken und aus Quarkteig werden Hasen geformt, die Schokoladenohren und -füße bekommen. Aber auch abseits von besonderen Festtagen werden in der Bäckerei viele leckere Spezialitäten hergestellt.

Nachts aufzustehen macht mir nichts aus.

Tobi Gennrich, Auszubildender

Nachwuchs wird im Bäckerhandwerk dringend gesucht. „Im Jahr 2017 konnten 20 Prozent der Ausbildungsplätze nicht besetzt werden“, sagt Nils Vogt, Referent für Berufsbildung und Fachkräftesicherung beim Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks. Zuletzt seien die Ausbildungszahlen jedoch wieder leicht gestiegen.

Nach ihrer Ausbildung können sich Bäcker auf unterschiedlichen Wegen weiterbilden. Thomas Muschelknautz, stellvertretender Direktor der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk in Weinheim, empfiehlt jedem Gesellen, mit dem Meister weiterzumachen. „Dann öffnen sich noch viel mehr Türen.“ Ein entsprechender Techniker, der Geprüfte Betriebswirt nach der Handwerksordnung, ein Studium oder eine Fortbildung zum Brot-Sommelier sind weitere Möglichkeiten, wie der Beruf des Bäckers interessante Perspektiven bilden kann. dpa

© Gmünder Tagespost 17.01.2020 15:21
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