Lesermeinung

Zu den Berichten über Proteste gegen die Baumrodungen:

Heute kommt es zu großen Problemen, wenn 137 Quadratmeter Wald gerodet werden sollen, ist das ein Witz?

Ich bin 78 Jahre alt und lebte immer in Ellenberg. Ich kann es nicht genau sagen, aber in dieser Zeit sind hier sicher mehr als 15 Hektar Wald neu entstanden, entweder gepflanzt oder von Natur aus selbst gewachsen, weil die Hanglagen nicht mehr bewirtschaftet werden.

Einige Beispiele: Der Turnplatz der Schule beim Schützenhaus ist seit Jahren Wald. Der erste Sportplatz des VfB Ellenberg ist heute zur Hälfte Wald. An der Boxhalde, wo früher alle Kinder Schlitten oder Ski gefahren sind, steht Wald. Am „Alten Weg“ haben wir als junge Burschen Anfang der 80-er Jahre überlegt, einen Skilift zu bauen. Heute ist dort Wald, von der Hochfläche bis zur Autobahn. Meine Familie hat ein kleines Waldstück im „Platz“, daneben war Acker und Wiese - heute: Wald. So geht es rund um Ellenberg weiter.

Die frühere „Eiberger Heide“ mit einigen Wacholdern, ist heute schon schlagbarer Wald.

Und da regen sich einige Leute auf wegen 137 Quadratmeter Wald, die weg sollen.

Was die Naturschützer in den Städten offenbar nicht wissen: dass jedes Jahr hunderttausende Bäume gefällt werden, um die Wälder zu erhalten. Aber wir leben in Deutschland, wo bei jedem größeren Projekt sofort Bürgerinitiativen entstehen, um es zu verhindern.

© Gmünder Tagespost 02.02.2020 19:59
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Kommentare

derleguan

....ja so haben sich die Zeiten verändert. Nichts ist so beständig wie der Wandel. Wir beachten viel zu selten, was da unter unseren Füßen ist: Boden. Kaum ein Teil unserer Erde ist so wichtig für unsere Ernährung, für den Klimaschutz und für die Artenvielfalt. Kaum ein Teil ist so ungeschützt und tagtäglich durch Industrie, intensive Landwirtschaft und Siedlungsbau bedroht. Trotz seiner außerordentlichen Bedeutung gibt es in Europa noch immer kein Gesetz zum Bodenschutz. Nicht zu fassen! Wir brauchen Bodenschutz, um Pflanzen, Tiere und uns Menschen zu schützen. Ohne Boden gibt es keine Zukunft. In den letzten 50 Jahren ist in Europa eine Fläche von der Größe Ungarns versiegelt worden. Wir haben schon lange keine Wahl mehr. Das Klima lässt uns keinen Spielraum. Unwetter, Starkregen, Trockenheit und andere Wetterkapriolen sind düstere Vorboten. 

Lasttime

Geehrter, 78-jähriger Ellenberger Bürger,

wenn Sie es o.k. finden, daß Stück für Stück des Stadtwaldes Aalens gerodet wird, dann ordne ich das ihrer Herkunft zu: Sie kommen aus Ellenberg? Aus diesem Gebiet, in dem Flächen, Wälder, für Windkraftanlagen gerodet wurden. Dort entstanden 10 Windkraftanlagen. Für 10 Windräder ist (wie in Hermsdorf), eine gerodete Fläche von 10.000 qm Wald zu fällen. Das sind 239 ha Wald, der gefallen ist.  Auch bei Ihnen, in Ellenberg für die Windkrafträder, die, obwohl sie uns unseren Wald gekostet haben, unseren Strom verteuern, denn...unser Strom wird erhöht wie NIE! Natürlich, Herr Schütz: Wenn Sie dies toleriert und für gut befunden haben ist mir klar, daß SIE sich an einer kleinen Fläche eines Stadtwaldes von Aalen nicht aufhalten. Für SIE ist das nichts, kann gefällt werden, es sind ja NUR 137 qm Wald und akzeptabel. 

Ich schulde Ihre Denkweise Ihrem Alter an, 78 Jahre und kein bisschen weise. 

Ich wünsche Ihnen ein jungendlicheres, klareres Nachdenken über die verteuerten Strompreise (trotz 10 Windräder um Ellenberg) und viel Glück, daß Ihre Kinder und Enkel in Zukunft, trotz gerodeten Wäldern und deren riesengroßen Maschinen, die uns das Glück und die Zukunft bringen sollen:

Daß SIE, Herr Schütz, Ihre Kinder und Enkel, weiterhin den Strom finanziell bezahlen können und Sie Ihren Enkeln zeigen können: "Da schau her, Enkel, das sind die Windräder, die unseren Wald zerstört haben, die unsere Stromzufuhr retten. Ja, Enkel, ich wollte das, ich war dafür, Wälder sterben eben, ob so oder so. Dafür, Enkel, bezahlen wir nun das doppelte für unseren Strom. Mama und Papa können diesen Strom nicht mehr lange finanzieren um Dir ein Essen zu kochen. Aber: Enkel: Das ist gut so.

Danke für Ihren thread, Herr Schütz.

In my humble opinion

Lasttime schrieb am 03.02.2020 um 16:21
... Für 10 Windräder ist (wie in Hermsdorf), eine gerodete Fläche von 10.000 qm Wald zu fällen. Das sind 239 ha Wald, der gefallen ist. ...

Sie bringen da mehrere Sachverhalte total durcheinander.

10.000 m² sind genau 1 ha und nicht mehr. Die genannten 137 m² Waldfläche ( ich habe es nicht nachgemessen ) sind rechnerisch 0,0137 ha. Soviel zur Fläche.

Ihre Auslassungen über die Verbindung von WKA und hohen Strompreisen sind einfach lächerlich. Die Strompreise sind a) wirtschaftlich, b) politisch und c) gesellschaftlich zu sehen.

Wirtschaftlich in der Hinsicht, dass jeder Stromlieferant am Ende des Tages etwas mehr als nur eine schwarze Null sehen möchte, was insofern allgemein verständlich sein sollte, da wir nicht nur von Subventionen, Defiziten und Schulden leben können.

Politisch in der Hinsicht, dass verschiedene Gesetze und Vorgaben, die zur Höhe des Strompreises nennenswert beitragen, also Abgaben, Steuern und Beihilfen von der Politik, damit auch von den MdB unserer Wahlkreise, verantwortet werden.

Gesellschaftlich in der Hinsicht, dass wir keine Kernkraftwerke, keine Kohlekraftwerke, keine Windkraftanlagen, keine Pumpspeicherwerke, keine Laufwasserkraftwerke, keine Talsperren, keine Stromtrassen, weder ober- noch um ein mehrfaches teurer unterirdisch haben wollen, jeweils im Einzelfall durchaus sinnvoll, in der Summe 'gegen alles' aber schwachsinnig. Ortsumfahrungen gehören zwar nicht in diese Kategorie, aber im Zweifel finden sich auch da Gruppen zusammen, die aus 'natürlichen' Gründen 'dagegen' sind.

Gegenüber den Problemen, die uns aus unserer allumfassenden, allgegenwärtigen 'Dagegen'-Haltung erwachsen werden, sind die 137 m² Bäume geradezu eine Petitesse, weniger als der Punkt am Ende dieses Satzes.

Lasttime

In my humble opinion schrieb am 03.02.2020 um 23:28

Sie bringen da mehrere Sachverhalte total durcheinander.

10.000 m² sind genau 1 ha und nicht mehr. Die genannten 137 m² Waldfläche ( ich habe es nicht nachgemessen ) sind rechnerisch 0,0137 ha. Soviel zur Fläche.

Ihre Auslassungen über die Verbindung von WKA und hohen Strompreisen sind einfach lächerlich. Die Strompreise sind a) wirtschaftlich, b) politisch und c) gesellschaftlich zu sehen.

Wirtschaftlich in der Hinsicht, dass jeder Stromlieferant am Ende des Tages etwas mehr als nur eine schwarze Null sehen möchte, was insofern allgemein verständlich sein sollte, da wir nicht nur von Subventionen, Defiziten und Schulden leben können.

Politisch in der Hinsicht, dass verschiedene Gesetze und Vorgaben, die zur Höhe des Strompreises nennenswert beitragen, also Abgaben, Steuern und Beihilfen von der Politik, damit auch von den MdB unserer Wahlkreise, verantwortet werden.

Gesellschaftlich in der Hinsicht, dass wir keine Kernkraftwerke, keine Kohlekraftwerke, keine Windkraftanlagen, keine Pumpspeicherwerke, keine Laufwasserkraftwerke, keine Talsperren, keine Stromtrassen, weder ober- noch um ein mehrfaches teurer unterirdisch haben wollen, jeweils im Einzelfall durchaus sinnvoll, in der Summe 'gegen alles' aber schwachsinnig. Ortsumfahrungen gehören zwar nicht in diese Kategorie, aber im Zweifel finden sich auch da Gruppen zusammen, die aus 'natürlichen' Gründen 'dagegen' sind.

Gegenüber den Problemen, die uns aus unserer allumfassenden, allgegenwärtigen 'Dagegen'-Haltung erwachsen werden, sind die 137 m² Bäume geradezu eine Petitesse, weniger als der Punkt am Ende dieses Satzes.

Entschuldigung, mir ist ein Fehler passiert. In Helmsdorf soll 239 ha Wald und nicht 10.000 qm für WKR fallen. Und natürlich in Aalen für den Waldcampus nur 137 qm Wald, dies war ja richtig. Aber: Auch 137 qm alter Waldbestand sind etwas wert.

 

 

In my humble opinion

Lasttime schrieb am 04.02.2020 um 01:59

... In Helmsdorf soll 239 ha Wald und nicht 10.000 qm für WKR fallen. ... Auch 137 qm alter Waldbestand sind etwas wert.

Sind Sie sicher, dass in Helmsdorf 239 ha Wald für WKA gefällt werden sollen? Das wäre eine Fläche von etwa 1,5 km x 1,5 km (!) Länge. Wie viele WKA sollen denn da gebaut werden, warum sollte der Wald zwischen den WKA fallen? Da ich es nicht weiß: Wo genau liegt Helmsdorf?

Und klar, auch alter Waldbestand ist was wert, aber auch Bäume leben nicht ewig und mancher 'Wald' ist eine Holzplantage ( siehe Brandenburg und Tesla ). Und überall da, wo Baugebiete für Eigenheime ausgewiesen werden, werden vorher Mäuse und anderes Getier 'ausgewiesen'. Die 'Erbsünde' kam mit den ersten Ackerbauern und Viehzüchtern ( und deren Dauersiedlungen ) in die Welt. Aber ohne das gäbe es die allermeisten von uns nicht und die wenigen, die es gäbe, würden noch mit Speer und Flitzebogen hinter Wildschweinen und Hirschen her rennen.

Lasttime

In my humble opinion schrieb am 04.02.2020 um 22:14

Sind Sie sicher, dass in Helmsdorf 239 ha Wald für WKA gefällt werden sollen? Das wäre eine Fläche von etwa 1,5 km x 1,5 km (!) Länge. Wie viele WKA sollen denn da gebaut werden, warum sollte der Wald zwischen den WKA fallen? Da ich es nicht weiß: Wo genau liegt Helmsdorf?

Lieber Mr. humble,

dank Verdreher meines PCs, aber dank Ihnen und Ihrer Hinterfragung stelle ich richtig: Es geht um den Ort Hermsdorf, an dem folgende Rodungen geplant sind:

https://www.bild.de/regional/leipzig/leipzig-news/hermsdorf-hier-sollen-83-000-quadratmeter-wald-gerodet-werden-63604938.bild.html

Zur weiteren Installierung von Windrädern in Deutschland: Welche Länder haben die meisten Windräder? Die Liste ist aufzurufen, bitte tun Sie es selbst: China und die USA, danach kommt Deutschland, an 3. Stelle in der Welt. Während in China und den USA diese Windräder noch irgendwo, frei auf dem Land, weitab der Zivilisation instaliert werden, setzt die deutsche Umweltpolitik sie uns genau vor die Haustüre. Dank dem Sturm der letzten Tage haben wir eine Überkapazität. Wohin denn nun mit dem Strom? Nein - für uns Verbraucher wird er nicht billiger, sondern teurer. Weil er bei Überkapazität in andere Länder transportiert wird, u.a. Frankreich, die teuer für unseren "Überstrom" bezahlen. Während Macron weierhin Atomkraftwerke betreibt und jetzt, beim Besuch in Polen, auch dieses Land überzeugen will und kann: Weitere Atomkraftwerke zu betreiben und zu installieren, sitzen wir in Deutschland als atomkraftfreies Land genau in der Mitte, sponsern diese Nachbarlänger und retten unsere Haushalte mit weiter zu installierenden Windkrafträdern, im Sinne des atomkraftfreien Stroms?

Zur Rodung dieser "nur" 137 qm des Sadtwaldes von Aalen: Darin sehe ich eine politisch, abgesprochende Sache, ein über Leichen gehendes Management der obersten Spitze dieser Stadt, dem jeder qm wichtig aus wirtschaftlichen Gründen ist. Ich werde - jetzt - nach 10 Jahren des Wohnens in Aalen - die Augen davor verschliessen und mir meine Kraft, mich inform von Kommentaren oder Leserbriefen zu beteiligen, sparen. Bayern, die Gegend Isny - Linda - Kempten - Füssen ist das beste Beispiel, wie es in Zusammenarbeit, mi Gehör für die Bürger, politisch funktionieren kann.

Aus "Altersgründen", werde ich mich nun von jeglichem Kommentar zu den brisanten Themen in Aalen zurückziehen, mir meine Kraft (die in die Leere geht) sparen, meine Fühler ausstrecken und sehe mich schon in einer Wohnung, in einem kleinen Ort in Bayern, sitzen, unter Menschen, die dort noch etwas bewegen können, die gehört und verstanden werden, weil: Die oberste Lobby der Gemeine sich für das Land, den Ort, die Bürger einsetzt und nicht, aus wirtschaftlichen Gründen weiter und weiter das Land, den Wald, den Ort, zerstört. Und - ja - ich werde mich dort in anderen Kolumnen betätigen.

Karin Hofmann

Lasttime

Einen Nachtrag habe ich noch, Mr. Humble:

Die Wasseralfinger Vesperkirche wurde heute, lt. großgezeigtem Scheck, abgebildet in der Tagespresse, vom LIONS-Club mit 3.000 € bedacht. Die Ehrenamtlichen, die dort arbeiten, werden hoffentlich bedacht. Wer geht in die Vesperkirche? Die wirklich Bedürftigen nicht mehr, denn sie schämen sich. Die Vesperkirche Wasseralfingen ist zum event geworden!

Dort essen Gutbetuchte um 1.50 €. Weil es ein event ist und eine christliche, evangelische Gemeinschaft. Laut Bild in der Schwäpo, alle kommen weil: Es ein event ist. Bei der Vesperkirche muß man dabeisein.

Die Zulieferer, Metzger, Bäcker, alle aus Wasseralfingen spenden (?), wie wird es verrechnet? 

Wo landet denn die Spende von 3.000 € des Lions-Club, der sich durch die bildliche Promotion in der Schäpo präsentiert hat?

Eine Vesperkirche sollte dazu da sein, Hilfsbedürftige zu versorgen. So ist es in Berlin und in anderen Großstädten. 'Dazu ist sie da. In Aalen ist dies ein anderes event.

Warum ich den letzten thread noch schreibe: Hier ist alles anders, leider. "Ooooala" halt. Es tut mir leid, ich weiß ich habe hier zum thread über Baumfällungen das Thema verfehlt, baber...es mußte sein.

Leben Sie wohl, Mister humble

In my humble opinion

Lasttime schrieb am 05.02.2020 um 13:50

https://www.bild.de/regional/leipzig/leipzig-news/hermsdorf-hier-sollen-83-000-quadratmeter-wald-gerodet-werden-63604938.bild.html

Ich kenne von Hermsdorf nur das 'Hermsdorfer Kreuz', die BAB-Kreuzung A4 / A9, ansonsten weiß ich, dass in den 'Flachländern' jede Menge Windparks eingerichtet sind, die den Namen wirklich verdienen, nicht nur ein paar armselige Storken wie bei uns im Ostalbkreis, wo beinahe jede Unkrautecke zum 'Park' umgedichtet wird.

Leider kann ich den angegebenen Link nicht aufrufen und ich werde einen Teufel tun, für eine solche Zeitung meinen Adblocker abzuschalten:

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Es gibt einen weiteren Punkt: Es geht hier in Aalen und im Ostalbkreis um 137 m² Wald, der wegen eines Bauwerks abgesägt werden soll, nicht um Platz für WKA. Dazu spricht der Link von 83.000 m² abzuholzender Fläche, was nach Adam Ries 8,3 ha wären  - und keine 239 ha, von denen Sie schreiben.

Was die WKA angeht, dank/wegen der vielen Einsprüche gegen Stromtrassen sind diese bisher nicht gebaut und deshalb nicht in der Lage, den manchmal zu viel erzeugten Strom auch aus Hermsdorf in Thüringen nach BW zu liefern. Dank der Politik, die der Straßenmeinung hinterherläuft wie der Hund der Wurst, haben wir auch bisher keine funktionierenden Umwandler von Strom zu X, also in Wasserstoff, Methangas oder Kerosin, um so den Überschuss speichern zu können - dann brauchten an Windtagen die WKA nicht abgeregelt zu werden. Wenn wir nur einigermaßen unseren Strombedarf aus PVA und WKA decken wollten, brauchten wir noch zweimal (!) mehr davon, als wir jetzt schon haben, wenn wir alle fossilen Brennstoffe ersetzen wollen, dann brauchen wir von der erhöhten Anzahl auch noch zweimal (!) mehr, dazu eben Stromtrassen und Energiewandler/-speicher, sonst wird das absolut nix mit der vielbesungenen Energiewende. Und nun stellen Sie mal vor, wie dann unser dichtbesiedeltes Deutschland und die Flachwassergebiete vor den Küsten aussehen ....

Sicher, die Welt können wir 80 Millionen in Deutschland nicht retten, aber wir könnten zeigen, wie es ohne fossile Brennstoffe trotzdem möglich sein kann, gut und bequem zu leben. Wenn dann andere mit- oder nachmachen wollen - gerne.