Papst: Keine Lockerung des Zölibats

Franziskus zerschlägt vorerst Hoffnungen der Reformer auf Öffnung.
  • Papst Franziskus bei der wöchentlichen Audienz im Vatikan, hinter ihm Monsignore Leonardo Sapienza. Foto: Filippo MONTEFORTE / AFP
Papst Franziskus schließt die Weihe verheirateter Männer zu katholischen Priestern vorerst aus. Weiheämter für Frauen als Mittel gegen den Priestermangel lehnt der Papst in dem nachsynodalen Schreiben mit dem Titel „Das geliebte Amazonien“ („Querida Amazonia“) ebenfalls ab. Dies würde zu einer „Klerikalisierung der Frauen“ führen und ihren Beitrag schmälern. Bei vielen, die auf eine Lockerung des Pflichtzölibats und eine Stärkung der Rolle von Frauen in der Kirche gehofft hatten, löste das Papier Enttäuschung aus.

Die Bischofsversammlung über das Amazonasgebiet hatte im vergangenen Oktober in ihrem Abschlussdokument die Weihe von verheirateten Männern verlangt. Mit Blick auf die kontroverse Diskussion um die Forderung als Mittel gegen den Priestermangel im Amazonasgebiet betonte der Papst, er werde nicht auf alle Fragen des Schlussdokuments der Synode eingehen.

Der Chef der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sagte bei der Vorstellung des Papst-Schreibens in Bonn mit Blick auf die Auseinandersetzungen um den Priesterzölibat, die Diskussion sei nicht abgeschlossen.

Im Schreiben von Franziskus zur Amazonas-Synode standen ökologische und soziale Fragen im Fokus. Der Papst beklagte etwa eine „ökologische Katastrophe“ in der Region und die systematische Unterdrückung von indigenen Völkern. epd

Kommentar
© Südwest Presse 13.02.2020 07:45
170 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.