Kommentar Manuela Harant zum Start der Biathlon-WM

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  • Manuela Harant Foto: Volkmar Könneke
Philipp Nawrath, Johannes Kühn, Janina Hettich, Karolin Horchler. Von Donnerstag an werden bei der Weltmeisterschaft in Antholz Biathleten an den Start gehen, die kaum Erfahrung mit Großereignissen haben. Zugleich fehlen frühere Medaillengaranten wie Laura Dahlmeier, Simon Schempp oder – mit Abstrichen – Maren Hammerschmidt und Franziska Hildebrand. Der deutsche Biathlon befindet sich mitten im Umbruch zwischen der alten, goldenen Generation, die noch vor drei Jahren in Hochfilzen und bei Olympia 2018 einen Medaillenregen fabrizierte, und der jungen Garde, die bald so stabil werden soll, dass die Erfolge von einst wiederholt werden können. Deshalb ist in Antholz nicht der Maßstab vergangener Weltmeisterschaften anzulegen, wo vor allem Dahlmeier das Leistungsgefälle hinter sich mit viel Goldglanz überstrahlte. Zwei Staffelmedaillen sowie je einmal Edelmetall bei den Herren und Damen wäre schon eine akzeptable Ausbeute.

Mit seiner Nominierung von vielen WM-Neulingen hat der Deutsche Ski-Verband um Cheftrainer Mark Kirchner gezeigt, dass er dabei ist, eine neue Generation zu Siegläufern zu machen. Auch wenn Denise Herrmann bei den Frauen sowie Benedikt Doll, Erik Lesser und Arnd Peiffer bei den Herren immer für Edelmetall gut sind, muss der erfolgsverwöhnte Biathlon-Fan bei der Medaillenausbeute mit deutlichen Einbußen rechnen. Doch sie bilden eine Investition in die Zukunft. Und im Hinblick auf Olympia 2022 in Peking sind Erfahrungen wichtiger als kurzfristig erzielte Plätze auf dem Podium. Nur aus Fehlern kann man lernen.
© Südwest Presse 13.02.2020 07:45
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