Formel 1

Sebastian Vettel bekommt von allen Seiten Druck

Bereits in den ersten Tests muss sich der Ferrari-Star beweisen – auch gegen seinen Teamkollegen Leclerc.
Das Jahr 2020 entscheidet über Sebastian Vettels Zukunft in der Formel 1, und in dieser wichtigen Saison werden ihm viele Rivalen das Leben schwer machen. Rekordjäger Lewis Hamilton natürlich, dann der Ferrari-Teamrivale Charles Leclerc und auch Max Verstappen im Red Bull – der wohl größte Gegner des Hessen heißt allerdings: Sebastian Vettel. „Es gibt viele Dinge, die ich besser machen kann, und ich brenne darauf, mir das selbst zu beweisen“, sagt Vettel. Ab Mittwoch beginnen die offiziellen Testfahrten der Königsklasse in Barcelona und damit eine Saison, die nicht nur für Vettel einschneidenden Charakter hat.

Zu viel Durchschnitt und zu viele Fehler haben den 32-Jährigen in den vergangenen Jahren die WM-Chancen und seinen Status als Nummer eins bei Ferrari gekostet. Shootingstar Leclerc siegte 2019 häufiger als Vettel, er schloss auch im WM-Ranking vor dem Deutschen ab. Sein Vertrag wurde kürzlich bis 2024 verlängert, ihm gehört die Zukunft, Vettels sehr teures Arbeitspapier läuft dagegen im Dezember aus. Ganz offiziell treten Vettel und Leclerc von nun an gleichberechtigt an, und der Deutsche wird Gründe liefern müssen, warum die Scuderia sich weiterhin einen derart gut bezahlten „zweiten“ Fahrer leisten sollte. Beide gemeinsam müssen indes darauf hoffen, dass Ferrari ihnen endlich ein Auto baut, das in jedem Rennen um Siege fahren kann.

Alle Titel seit 2014 für Mercedes

Mercedes hat seit 2014 ein Sieger-Auto, holte seither alle Titel und brachte Hamilton damit in eine historisch bedeutende Position: Am Ende dieses Jahres kann er zum siebten Mal Weltmeister sein und damit den Rekord von Michael Schumacher einstellen. Dessen Bestmarken bei den meisten Siegen (91) und den meisten Podien (155) kann Hamilton in dieser Saison sogar übertreffen.

Red Bull und Verstappen hoffen seit Jahren darauf, mehr zu sein als nur dritte Kraft. Die Chance scheint jetzt in der Tat groß. Verstappen, einst ungehobeltes Top-Talent, wirkt deutlich reifer. Und der Honda-Motor scheint endlich stark genug, um das traditionell gute Red-Bull-Chassis an die Spitze zu tragen.

Ab Mittwoch dürfen die Teams ihre Autos nun für drei Tage testen, kommende Woche sind es noch einmal drei Tage. Die Rennställe stehen unter Druck, ihr Programm vor dem Saisonstart am 15. März in Melbourne abzuspulen. Die Zeiten aus den Tests von Barcelona sollten sie nicht allzu hoch bewerten, das zeigte das vergangene Jahr. „Da waren wir in den Tests am schnellsten, hatten ein sehr gutes Gefühl“, sagt Vettel, „ab Australien war dann alles anders.“ Es folgte die schlechteste Ferrari-Saison seit drei Jahren. sid
© Südwest Presse 19.02.2020 07:45
175 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy