Aufruf der Kreisärzteschaft: dringend Helfer gesucht

Die Kreisärzteschaft fordert alle berenteten Ärztinnen und Ärzte, PJler und Medizinstudierenede aus Schwäbisch Gmünd und Umgebung auf, sich solidarisch zu zeigen.

  • Symbolbild: Pixabay

Schwäbisch Gmünd. Am Donnerstagvormittag wendet die Kreisärzteschaft Schwäbisch Gmünd sich an potenzielle Helfer und die Bevölkerung. In der Mitteilung heißt es: 

"Aufforderung an alle berenteten Ärztinnen und Ärzte, PJler und Medizinstudierenede aus Schwäbisch Gmünd und seiner Raumschaft sich solidarisch zu zeigen. Die aktuelle Entwicklung ist nicht abschätzbar. Unter Umständen benötigen die niedergelassenen Kollegen und die in der Klinik tätigen Kollegen Ihre Hilfe."

Wenn Sie freiwillig helfen möchten wenden Sie sich bitte an Frau Dr. Tanja Kaiser unter der Telefonnumer: (0176)98523340 oder per E-Mail kaesgd.unterstuetzung@gmx.de. Sie wird Ihre Kontaktdaten aufnehmen und Ihnen mitteilen wo und wann wir Ihre Hilfe benötigen. 

Aufforderung der Betriebe zur Solidarität:

Die Schutzkleidung und Masken zur Aufrechterhaltung der Corona-Abstrich-Teststelle werden knapp, wir bitten deshalb alle Betriebe in Schwäbisch Gmünd und Ihrer Raumschaft (z.B. Maler, Lackierbetriebe, usw.) die über Schutzmasken und Schutzausrüstung verfügen, sich solidarisch zu zeigen und Teile Ihrer Ausrüstung am Schießtalplatz von Montag – Freitag  zwischen 8-12 Uhr abzugeben.

Es ist wichtig, dass die Pfleger, Sanitäter und Ärzte, die in direktem Kontakt mit den Infizierten arbeiten, ausreichend geschützt sind. Nur so kann die Versorgung weiter gesichert bleiben.

Allgemein:

  •  Aus medizinischer Sicht muss unter allen Umständen die schnelle Verbreitung der COVID19 Erkrankung verlangsamt werden.
  • Halten Sie zu Ihren Mitbürgern mindestens 1,5 Meter Abstand, geben Sie sich nicht die Hände zur Begrüßung, waschen Sie Ihre Hände mehrfach ausgiebig mit Seife, bleiben Sie sofern möglich zu Hause. Gehen Sie nicht auf Spielplätze oder öffentliche Parkanlagen. Helfen Sie Älteren und Vorerkrankten Nachbarn, indem Sie für Sie einkaufen, so dass Sie zu Hause bleiben können.
  • Sollten Sie Symptome zeigen, wenden Sie sich telefonisch an Ihren Hausarzt, er ist Ihr Experte und hilft Ihnen weiter.

Aus der Kreisärzteschaft:

  • Die Kreisärzteschaft Schwäbisch Gmünd und Ihre Raumschaft ist gut vernetzt. Die Ärztinnen und Ärzte arbeiten aktuell mit hohem Einsatz, um die Bevölkerung weiter gut zu versorgen und zu schützen.
  • Alle Ärztinnen und Ärzte der Kreisärzteschaft Schwäbisch Gmünd haben sich gegenüber der Bevölkerung solidarisch erklärt. Die Abstrich-Teststelle ist von ärztlicher Seite bis weit die nächsten Wochen besetzt.
  • Von Seiten Herrn Dr. Chefarzt Jens, Mayer Stauferklinikum wurde für alle Ärzte ein internes Video erstellt, um die Kollegen über die Abläufe der Abstrichstelle optimal zu informieren .
  • Zur Versorgung schwer und schwerst Erkrankter hat die Klinik alle elektiven Operationen bis auf weiteres verschoben.
  • Die Zusammenarbeit der Ärztinnen und Ärzte aus dem niedergelassenen Bereich und der Klinik wird im gemeinsamen Krisenstab der Ärzte täglich abgestimmt und auf die aktuelle Situation angepasst.
  • Das Stauferklinikum Mutlangen ist sehr gut auf die aktuelle Situation vorbereitet.

 Corona-Abstrich-Teststelle im Schießtal:

  • Die Abstrich-Teststelle hat Ihren Betrieb am Dienstag den 17.03.2020 aufgenommen
  • Sie ist vorerst geöffnet von Montag bis Freitag von 8 – 12: Uhr
  • Aufgrund überlasteter Laborkapazitäten müssen sich die Labore auf die Patienten mit ernsten Symptomen (Krankenhauspatienten) konzentrieren. Bei weniger dringlichen Fällen kann das Ergebnis bis zu fünf Tage dauern.
  • Abgestrichen werden deswegen nur Bürger und Bürgerinnen mit individualisiertem Abstrichcode.
  • Diesen erhält nur jener, der die strengen RKI Richtlinien zum Abstrich erfüllt!
  • Bürger und Bürgerinnen erhalten diesen, sofern Ihr Hausarzt die Indikation hierfür stellt.
  • Die Teams leisten aktuell im Schnitt ca. 70-80 Abstriche pro Tag an der Corona-Abstrich-Teststelle am Schießtalplatz
  • Informiert über das Ergebnis werden Sie über Ihren Hausarzt
© Gmünder Tagespost 19.03.2020 16:36
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Kommentare

Harald Seiz

>>Halten Sie zu Ihren Mitbürgern mindestens 1,5 Meter Abstand, geben Sie sich nicht die Hände zur Begrüßung, waschen Sie Ihre Hände mehrfach ausgiebig mit Seife, .....<<

Wohlauf denn, liebe KassiererInnen im Supermarkt: Haltet 1,5 Meter Abstand und wascht euch nach jedem Geldschein, der euch gegeben wird, die Hände. Denn dieser Geldschein ist schon durch Hunderte anderer Hände gegangen. Und wenn in nur eine einzige dieser hundert Hände ein Infizierter gehustet hat, .....

Wohlauf denn, liebe Pendler, die ihr euch zur Stoßzeit in Bussen und Zügen drängelt. Bittet den Sitznachbarn , er möchte sich doch bitte 1,5 m weiter weg niedersetzen. Oder vielleicht doch lieber nicht? Könnte ja sein, dass der so Verbannte Ihnen etwas hustet....

Ich finde ja diese allgemeinen Warn- und Verhaltenshinweise sinnvoll und möchte nicht für noch schlechtere Stimmung sorgen, als selbst die dümmsten Corona-Partygänger bald schon haben werden. Aber all diese Ratschläge sind zwar gut gemeint, jedoch treuherzig doof und halbherzig. Weil sie viel zu kurz greifen.

Wer nicht will, dass Tausende älterer Mitbürger infiziert werden und sterben, weil im Zuge der Triage die knappen Beatmungsgeräte jüngeren Menschen mit besseren Überlebenschancen zugeteilt werden, muss die heilige Kuh des Kapitalismus schlachten, die da heißt: die Produktion muss ums Verrecken so lange als möglich fortgeführt werden. Bilanzen sind aber nicht wichtiger als Menschenleben.

Deshalb müsste eine am Gemeinwohl orientierte Regierung den Notstand ausrufen und bis auf Weiteres alle nicht absolut lebenswichtigen Betriebe zwangsweise schließen. Und im Supermarkt sollten nur noch Kunden bedient werden, die mit Giro- oder Kreditkarte kontaktlos bezahlen, um nur ein Beispiel zu nennen.

2 bis 3 Wochen rigorose Unterbrechung der Infektionskette und das Virus wäre besiegt. Das bekäme auch der heiligen Kuh des Kapitalismus besser.

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