Kommentar Mathias Puddig zum Abitur ohne Abschlussprüfungen

Wenn's nicht anders geht

  • Mathias Puddig Foto: Thomas Koehler/ photothek.net
Schleswig-Holstein macht es vor: Wenn sich die Corona-Krise länger hinzieht, könnte auch anderswo ein Abitur ohne Abschlussprüfungen nötig werden. Möglich wäre das, denn zwei Drittel der Abiturnote besteht ohnehin aus Zensuren, die bereits vergeben wurden. Die Lösung hätte ihr Gutes: Nach Tagen der Unsicherheit, die sich auch auf die Prüfungsvorbereitungen auswirken, wüssten die Schüler, woran sie sind. Die Kultusminister wären eines ihrer vielen drängenden Probleme los und hätten sogar das Versprechen ihrer Präsidentin gehalten, das Schuljahr auf jeden Fall zu werten.

Dass das dann kein Standard-Abitur wäre, ist klar. Allerdings gibt es ein Standard-Abitur dank des Föderalismus ohnehin nicht. Schon jetzt müssen die Niveauunterschiede später ausgeglichen werden. Und sollten die Unterschiede durch den Ausfall der Prüfungen zu groß werden, ließe sich an anderer Stelle nachjustieren. Statt nur auf die Abinote zu schauen, könnten etwa die Hochschulen prüfen, ob ihre Bewerber wirklich die Fähigkeiten mitbringen, die sie fürs Studium brauchen. Je schneller es Klarheit gibt, umso schneller können solche Prüfungen vorbereitet werden.
© Südwest Presse 25.03.2020 07:45
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