Evolution ist auch keine Lösung

  • Ein Modell eines Tyrannosaurus-rex-Raubsauriers im Dinopark Münchehagen. Foto: Christophe Gateau/dpa
Vielfach wird bei unpassendem oder abscheulichem Verhalten von Menschen als Ursache die verwandtschaftliche Nähe zu Mitgeschöpfen gemutmaßt. In der Regel vergleichen wir uns dann mit Affen. Dass dies eher kurzsichtig ist, ahnten wir schon lange. Jetzt erfahren wir, dass wir von Ikaria wariootia abstammen. Dieses reiskorngroße Wesen zog vor über 500 Millionen Jahren seine winzige Furche. Nun wurde dieser wahrscheinlich erste Urahn aller Bilateria entdeckt. Bilateria sind Regenwurm, Saurier, Affe Mensch – und alle anderen Wesen, die im Wesentlichen aus zwei Teilen bestehen. Zwei, Arme, zwei Beine, links, rechts, alles schön symmetrisch und dazu noch zwei Seelen in der Brust.

Vor allem Letztere machen es Menschen schwer, aus ihrer evolutionären Suche dauerhaft etwas Gutes und Schönes zu machen. So brachte im spanischen Murcia ein Zeitgenosse in einem Dinosaurier-Vollkostüm zusätzliches Kopfschütteln in den Corona-Alltag.

Was wie ein Protest gegen die Ausgangssperre wirkte, war aber offenbar nur eine Eigenschutzmaßname. Denn der Dinosaurier brachte lediglich Müll in die Tonne, um sich dann flugs ins eigene Quartier zurückzubewegen.

Klar, wenn Masken und Handschuhe knapp sind, sucht man nach Alternativen. Aber nach 500 Millionen Jahren Bilateria-Entwicklung hätte man ein bisschen mehr erwarten können. André Bochow
© Südwest Presse 25.03.2020 07:45
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