Coronavirus Baden-Württemberg

Land will mit Reha-Kliniken für Entlastung sorgen

Minister Lucha möchte 25 000 Betten für Patienten mit schwachen Symptomen nutzen.
In der Corona-Krise will Sozialminister Manne Lucha (Grüne) auf freie Betten in Rehabilitationskliniken im Land zurückgreifen. Wie Lucha am Dienstag in Stuttgart mitteilte, gehe es dabei um 25 000 Betten und rund 1400 Ärzte an 193 Reha-Kliniken im Südwesten. „Auf die greifen wir nun in einer konzertierten Aktion zurück“, sagte Lucha. In einem Brief an die Träger der Kliniken habe er am Montag um Hilfe gebeten, so Lucha.

In dem Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt, betont Lucha, dass die „Zahlen stationär behandlungsbedürftiger Patienten mit Covid-19 in den nächsten Wochen deutlich ansteigen werden“. Das betreffe vor allem die Krankenhäuser der Akutversorgung. Darüber hinaus sei aber auch abzusehen, dass ein Bedarf an weiteren Behandlungskapazitäten für weniger schwere Fälle oder Menschen mit anderen Erkrankungen bestehe. „Dazu könnten sinnvollerweise die räumlichen und personellen Ressourcen der Rehabilitationskliniken genutzt werden“, schreibt Lucha. Weil viele reguläre Krankenhäuser ihre planbaren Operationen aktuell verschieben, hätten auch die Reha-Kliniken zusätzliche Kapazitäten, da diese einen Rückgang an Nachsorgebehandlungen verzeichneten, sagte Lucha bei einer virtuellen Pressekonferenz der Landesregierung. Weil Lucha Kontakt zu einem Corona-Erkrankten hatte, befindet sich der Minister aktuell in häuslicher Isolation und war per Video zur Pressekonferenz zugeschaltet.

Es sei denkbar, dass bestimmte Reha-Kliniken nur Covid-19-Patienten, andere Reha-Kliniken nur Patienten mit anderen Erkrankungen aufnehmen, teilte ein Sprecher von Lucha mit. In der Regel werden am Coronavirus Erkrankte, die wenig Symptome zeigen, zu Hause isoliert. Bei hochbetagten und gebrechlichen Patienten, die alleine zu Hause leben, könne ein Krankenhausaufenthalt notwendig sein, so der Sprecher.

Am Dienstag gab es in Baden-Württemberg nach Angaben von Lucha insgesamt 6043 Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. 37 Menschen starben. In Kliniken werden 415 Patienten behandelt, rund sieben Prozent aller Infizierten. 43 Patienten müssen auf Intensivstationen versorgt werden (0,7 Prozent). David Nau
© Südwest Presse 25.03.2020 07:45
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