Hintergrund

Krise als Chance

Die FDP-Fraktion im Bundestag will die Corona-Krise und die damit verbundenen Einschränkungen an den Hochschulen zum Anlass nehmen, um das Studium flexibler zu gestalten. „Jetzt rächt sich, dass Studium noch viel zu oft als Präsenzveranstaltung in vollen Vorlesungsräumen gedacht wird“, beklagt Jens Brandenburg, der Fraktionssprecher für Studium und berufliche Bildung, und warnte, die Krise gefährde den Studienfortschritt tausender junger Leute.

In einem Positionspapier schlagen Brandenburg und sein Fraktionskollege Thomas Sattelberger Maßnahmen vor, um dem entgegenzuwirken. So werben sie dafür, online erbrachte Studienleistungen unkompliziert anzurechnen, selbst wenn sie bei anderen Anbietern erbracht wurden als der eigenen Hochschule. „Viele ausländische Universitäten bieten ihre Kurse schon heute als MOOC oder als interaktives E-Learning-Modul orts- und zeitunabhängig an“, sagte Brandenburg. MOOCs sind Online-Kurse für viele Teilnehmer. „Bildungsministerin Karliczek sollte sich bei den Ländern bundesweit für eine gegenseitige Anerkennung online erworbener Studienleistungen einsetzen.“ Auch sollten Prüfungen nach Möglichkeit virtuell durchgeführt werden. Die rechtlichen und technischen Möglichkeiten müssten schnellstmöglich geprüft werden. „Karliczek müsste an vorderster Stelle Impulse setzen, damit aus dieser Gesundheitskrise keine Bildungskrise wird“, verlangte Brandenburg. mpu
© Südwest Presse 28.03.2020 07:45
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