Lesermeinung

Zur Corona-Krise:

Die ganze Welt ist ausgebremst. Der Mensch hat Zeit, über vieles nachzudenken. Darüber, dass es vielleicht besser wäre für Mutter und Kind, erstmal eine gewisse Zeit zuhause zu bleiben und das Kind zu versorgen, anstatt es in fremde Hände zu geben und dem Wohlstand hinterher zu rennen. Sicher ist das nicht allen möglich. Möglich ist aber ein Leben ohne Flug in weit entfernte Länder. Und den neuesten Fummel brauche ich jetzt auch nicht zu kaufen. (...). Soziale Kontakte sind leider nur mit Sicherheitsabstand möglich, geht aber auch mal per Internet, Telefon oder dem guten alten Briefle.
Da die Flieger am Boden bleiben und weniger Autos fahren, ist die Luft reiner und es ist ruhiger. Also braucht’s keine Millionen mehr für die Umwelt – diese Gelder sind jetzt besser angebracht im Gesundheitssystem, welches bisher totgespart wurde. (...).
Über die Existenz einer Europäischen Union muss nachgedacht werden, denn es scheint, dass es auch ohne geht. Die Grenzen sind dicht, der Handel erlahmt, die Staaten plötzlich wieder in eigener Verantwortung.
Essen muss der Mensch, deshalb ist die Landwirtschaft systemrelevant. Leider denkt die Politik anders: Letzte Woche hat die Lebensmittelproduktion einen heftigen Dämpfer durch die neue Düngeverordnung bekommen. (...). Und weitere Verschärfungen sind zu erwarten. Solange nicht alle Verursacher hoher Nitratwerte in den Gewässern in die Verantwortung mit einbezogen werden, bleiben die schlechten Werte. Die Hinterlassenschaften des Menschen spielen hier auch eine große Rolle. Dies hat die Politik vermutlich aus Kostengründen nicht berücksichtigt. Wasser zu säubern ist sehr aufwändig. (...). Systemrelevant ist auch die Energie, die nun auch wieder zum Teil aus der Landwirtschaft kommt. Strom aus Biogas ist immer verfügbar, im Gegensatz zu Wind und Sonne. Da gibt es aber den Gärrest und der stinkt - Atommüll nicht. Also Mensch: denke nach über andere Zeiten und bleib gesund.

© Gmünder Tagespost 31.03.2020 20:33
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Kommentare

derleguan

Das Coronavirus ist international, um Grenzen schert es sich nicht. Nur der Mensch wird engstirnig und Kleinkariert, wenn er in Panik gerät, er schottet sich ab.

Die Standortsuche für ein tiefengeologisches Atommüll-Endlager ist seit zwei Jahren in Bearbeitung. Die Behörden machen eine Menge, kommen aber nicht wirklich voran. Der Müll lagert noch immer in Castor-Zwischenlagern für hochradioaktiven Müll. Keiner weiß, was passieren soll, wenn die Genehmigungen für Behälter und Hallen zwischen 2034 und 2047 auslaufen, dann aber noch lange kein Endlager zur Verfügung stehen wird. Der vom Atommüll-Bundesamt angekündigte sogenannte Zwischenlager-Dialog entpuppt sich als plumpe Werbeveranstaltung nach dem Vorbild der 70er und 80er Jahre – alles ist sicher- vertrauen sie uns.

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