Highlife in der Fauna

  • Eine Meeresschildkröte in einem Wasserbecken. Foto: Joseph Pfaller/dpa
Des Menschen Verhältnis zu den Mitgeschöpfen ist von doppelter Natur. Einerseits ergötzen wir uns an Tierdokumentationen und füllen Tierschützer-Sammelbüchsen. Andererseits sind wir doch rechte Grobiane, wenn es darum geht, der Fauna den nötigen Platz zu lassen. So erlebte es auch die Olive-Bastardschildkröte. Wie andere Meeresschildkröten möchte die Oliv Ridley Turtle am Ort ihrer Geburt neues Leben in die Welt setzen. Weil aber Touristen, Hunde oder Wilderer herumlungerten, ist die Population gefährdet. Doch auch in Indien wird den Bürgern das Verharren in den eigenen vier Wänden mit Strenge nahegelegt. Und das hat sich unter den gepanzerten Meerestieren herumgesprochen. Hunderttausende werdende Turtle-Mütter, kämpfen sich an die Strände, verscharren Millionen Eier und gleiten dann elegant im Ozean davon.

Die unfreiwillige Selbstbeschränkung der Menschen feiern übrigens Tiere weltweit. In europäischen Städten tirilieren jetzt jene Vögel, die sonst wegen des Lärmes schweigen.

Ein Puma läuft durch Santiago de Chile, und hierzulande erlebt der gefleckte Salamander eine ungestörte Paarungszeit, in der er nicht, wie sonst üblich, überfahren wird. Klar, wenn die Party für uns wieder anfängt, ist sie für die Tiere vorbei.

Bis dahin gilt: Jauchzet, frohlocket, ihr Salamander, ihr Pumas und ihr Oliv-Bastardschildkröten. André Bochow
© Südwest Presse 03.04.2020 07:45
202 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy