Digitaler Trost für Kunstfreunde

Fotos geplanter Ausstellungen und der Sammlung sind im Internet frei zugänglich.
  • Online abrufbar: Eine „Komposition“ von Wassily Kandinsky. Foto: Staatsgalerie Stuttgart
Vor wenigen Tagen hätten in der Staatsgalerie zwei neue Ausstellungen eröffnet werden sollen. Eine mit Grafiken aus der Bauhaus-Druckwerkstatt, eine andere mit Werken der Malerin Ida Kerkovius. Beide Präsentationen waren fertig, als das Museum wegen des Coronavirus schließen musste. Doch zumindest online können Kunstinteressierte einen Großteil der Werke besichtigen.

Die digitale Sammlung der Staatsgalerie besteht schon länger. „Wir waren eines der ersten Häuser mit einer solchen Sammlung“, sagt Pressesprecherin Helga Huskamp. Alle Wissenschaftler des Museums würden die Datenbank kontinuierlich befüllen. Unter den Fotos stehen dieselben Erklärtexte wie in der Ausstellung. Auf der Website gibt es außer Bildern aktueller Sonderschauen auch Fotos von Werken aus verschiedenen Sammlungen der Staatsgalerie – unter anderem barocke Malerei, Zeichnungen und zeitgenössische Kunst. Insgesamt sind fast 15 000 Arbeiten online. Mithilfe einer Suchfunktion lassen sich einzelne Exponate schneller finden. 90 Prozent der Malerei seien in der Datenbank erfasst, sagt Huskamp. Die grafische Sammlung werde nach und nach eingearbeitet.

Keine Konkurrenz zum Original

Huskamp glaubt nicht, dass das Online-Angebot eine Konkurrenz zum Museumsbetrieb ist. „Es geht nichts über das Original.“ Die digitale Sammlung ergänze die Ausstellungen aber gut. Auch für die Vorbereitung neuer Präsentationen sei es einfacher, wenn die Werke digital vorlägen. So könnten die Kuratoren mitunter auch Leihgaben organisieren, was ihnen viele Dienstreisen erspare.

Noch ist unklar, wann die Staatsgalerie wieder öffnet, die beiden geplanten Ausstellungen wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Laut Huskamp können die meisten Werke unkompliziert im Internet gezeigt werden, weil sie aus den eigenen Beständen stammen. Leihgaben seien teilweise schwieriger in der Datenbank zu registrieren. Seit der Schließung hätten sich an vielen Tagen mehr Nutzer als üblich für das Online-Angebot interessiert. Zusätzlich kommuniziere das Museum verstärkt über soziale Medien. Daniel Wydra
© Südwest Presse 04.04.2020 07:45
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