Ulmer Polizei verzeichnet zahlreiche Verstöße gegen das Kontaktverbot

Corona-Verordnung Hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene, die sich nicht daran halten

Ulm. Unterstützung erhielt das Polizeipräsidium Ulm bei seinen Kontrollen wiederum von Beamten des Polizeipräsidiums Einsatz. Nach wie vor sei halte, zu beobachten, dass sich der Großteil der Bevölkerung an die neu geltenden Vorschriften halte, so die Polizei. Fast ausschließlich seien es Jugendliche und junge Erwachsene, die sich nicht daran halten. In wenigen Fällen behaupten sie, sie hätten die Vorschrift nicht gekannt. In den meisten Fällen setzen sie sich jedoch bewusst darüber hinweg, so die Polizei. Manche davon in sehr unbelehrbarer Weise.

Gegen 20.15 Uhr traf die Polizei am Samstag in Königsbronn im Hartweg neun Personen an. Sie hatten sich bei einem Lagerfeuer versammelt. Nach entsprechenden Hinweisen zur Corona-Verordnung erhielten  sie Platzverweise und Anzeigen.

Am Samstagmittag traf eine Polizeistreife an einer Schule in Heidenheim fünf junge Menschen an. Die hielten sich unerlaubt im Bereich einer Tischtennisplatte und eines Fußballplatzes auf. Auch sie erhielten Platzverweise und Anzeigen.

In Eberhardzell musste die Polizei am Freitagabend eine Ansammlung mit 18 Menschen auflösen. In einem Gebäude waren zwei Familien aus anderen Landkreisen zu Gast. Die Polizei erhob zur Fertigung von Strafanzeigen die Personalien und verwies die Gastfamilien, die sich unwissend gezeigt hätten, des Hauses.

Unbelehrbar zeigte sich am frühen Samstag eine sechsköpfige Gruppe in Langenenslingen. Die Männer traf die Polizei gegen 0.45 Uhr zwischen Andelfingen und Pflummern an. Sie erhielten Platzverweise, worauf sie sich getrennt entfernten. Bereits vergangenen Sonntag waren dieselben sechs Männer in einer Gruppe zusammen und mussten von der Polizei getrennt werden.

Am Samstag musste die Polizei in Geislingen zwei Feiern in Wohnungen auflösen. Gegen 21.45 Uhr wurde der Polizei eine Party mit lauter Musik in der Bahnhofstraße gemeldet. Die Beamten trafen in der Wohnung zehn Personen an und schickte die Gäste nach Hause. Ähnlich laut verhielten sich eine knappe Stunde später sieben Personen in einer anderen Wohnung in der Bahnhofstraße. Auch diese Zusammenkunft löste die Polizei auf und fertigt Anzeigen. 

Sehr uneinsichtig waren am Samstag gegen 00.45 Uhr drei Männer und eine Jugendliche in Eislingen im Tälesweg. Beim Erkennen der Polizei flüchteten sie. Die Polizisten holten sie ein und stellten die Personalien fest. Im Gebüsch fanden die Beamten angerauchte Joints. Die Personen wurden ermahnt und erhielten Platzverweise und Anzeigen. Dennoch war dieselbe Gruppe nur etwa eine Stunde wieder an der Örtlichkeit und flüchtete erneut vor der Polizei.

Eine Grillparty löste die Polizei am frühen Sonntag in Wäschenbeuren auf. Dort stellte eine Streifenwagenbesatzung gegen 00.45 Uhr ein Feuer auf einem Waldspielplatz fest. An diesem standen zwei Personen, jedoch waren deutlich mehr Getränke und Grillgut in der Nähe. Bei der Suche nach weiteren Personen entdeckte die Polizei einen 22-Jährigen im Gebüsch. Der wollte einer Anzeige entgehen, weshalb er geflüchtet sei, soll der Mann den Beamten gesagt haben. Ermittlungen sollen jetzt zeigen, ob noch weitere Personen an der unerlaubten Party beteiligt waren.

Ein mutmaßliches Trinkgelage wurde der Polizei am Samstag gegen 22.15 Uhr bei einer Schule in Gerstetten gemeldet. Lediglich zwei Personen traf die Polizei dort an. Möglicherweise sind weitere Anwesende zuvor geflüchtet.

Offensichtlich als "Witz" empfanden drei Männer in Ulm eine Polizeikontrolle am Samstagmorgen. Sie hatten den Mindestabstand deutlich unterschritten. Bei der Kontrolle beleidigten sie die Polizisten, weshalb sie jetzt zusätzlich eine Strafanzeige erwartet.

Weitere Verstöße gegen den Mindestabstand bemerkte die Polizei am Freitagnachmittag in der Blaubeurer Straße in Ulm. An Baumärkten hatten sich dort Menschenschlangen gebildet, die den erforderlichen Abstand nicht einhielten. Sie wurden durch Lautsprecherdurchsagen sensibilisiert und aufgefordert, sich an die Vorschriften zu halten. Die Polizei nahm außerdem Kontakt mit den anwesenden Verantwortlichen und dem Sicherheitspersonal auf. 

Auch in Öpfingen, Ehingen, Langenau und Schelklingen hielten sich meist junge Menschen nicht an den Mindestabstand. Auch gegen sie leitet die Polizei entsprechende Bußgeldverfahren ein.

© Gmünder Tagespost 05.04.2020 13:10
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Kommentare

hammele

Vor drei Monaten haben dieselben “jungen Leute“ noch an den Fridays for Future für ihre Zukunft demonstriert.

Heute demonstrieren sie ihre Dummheit und Ignoranz, sowie ihre Gleichgültigkeit ihren Mitmenschen gegenüber

HerrKa

hammele schrieb am 05.04.2020 um 17:46

Vor drei Monaten haben dieselben “jungen Leute“ noch an den Fridays for Future für ihre Zukunft demonstriert.

Heute demonstrieren sie ihre Dummheit und Ignoranz, sowie ihre Gleichgültigkeit ihren Mitmenschen gegenüber

Lieber Herr Hammel, 

können Sie sich, wenigstens ein bisschen, vorstellen, dass es nicht "dieselben" sind?!

Stefan Weber

Sehr geehrter "hammele",

dass es die selben Personen sind, die bei fridays for future demonstriert haben, ist eine böswillige, polemische und unkluge Unterstellung, die jeder Grundlage entbehrt. Dass Sie Ihren Namen nicht offen nennen, spricht eine eigene Sprache.

Stefan Weber, Aalen

In my humble opinion

Stefan Weber schrieb am 06.04.2020 um 07:52

... dass es die selben Personen sind, die bei fridays for future demonstriert haben, ist eine ... unkluge Unterstellung, die jeder Grundlage entbehrt. Dass Sie Ihren Namen nicht offen nennen, spricht eine eigene Sprache.

Stefan Weber, Aalen

So weit es die Unterstellung angeht, dass die 'Einen' auch die 'Anderen' seien, stimme ich Ihnen zu.

Dass Sie aber diese Unterstellung mit der Veröffentlichung unter Pseudonym verknüpfen, ist ein geistiger Kurzschluss. Das 'eine' ist von dem 'anderen' nicht abhängig.

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