Corona-Ausbruch in der LEA - Ausgangs- und Kontaktsperre für Bewohner

Außerdem soll eine Corona-Abstrichstellen auf dem Gelände eingerichtet werden, damit alle Bewohner und Mitarbeiter getestet werden können

Ellwangen. Am vergangenen Donnerstag, 2. April 2020, hatte das Regierungspräsidium Stuttgart in einer Pressemitteilung darüber informiert, dass ein 32-jähriger Bewohner der Landeserstaufnahmestelle Ellwangen (LEA) aus Ghana positiv auf SARS-Cov-2 getestet und innerhalb der Erstaufnahmestelle in einem isolierten Quarantäne-Bereich untergebracht wurde. Inzwischen sind sechs weitere LEA-Bewohner an COVID-19 erkrankt und isoliert. 

Auf Empfehlung des Landratsamts Ostalbkreis und im Einvernehmen mit dem Innenministerium Baden-Württemberg sowie dem Regierungspräsidium Stuttgart hat die Stadt Ellwangen deshalb auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes am heutigen Sonntag, 5. April, eine Ausgangs- und Kontaktsperre für die Bewohnerinnen und Bewohner der LEA angeordnet. Die Ausgangssperre gilt seit heute 12 Uhr und ist zunächst bis zum 19. April 2020 befristet vorgesehen.

Bei der Abwägung, welche Maßnahmen zur Eindämmung der Erkrankungen in der LEA erforderlich und angemessen sind, haben Stadt, Landkreis und Land laut einer Pressemitteilung folgende Gesichtspunkte berücksichtigt:

  • Innerhalb kurzer Zeit wurden außer dem Ersterkrankten in der LEA sechs weitere Personen positiv getestet.
  • Die Kontaktpersonen ersten Grades können nicht mehr gesichert ermittelt und Infektionsketten damit nicht lückenlos nachverfolgt werden.

 

Neben der Verfügung der Ausgangssperre hat der Ostalbkreis bereits veranlasst, dass ab morgen, 6. April, auf dem LEA-Gelände Ellwangen Abstrichstellen eingerichtet werden. Innerhalb der nächsten zwei Tage sollen alle rund 200 Beschäftigte der LEA sowie alle 587 Bewohnerinnen und Bewohner mittels eines Abstrichs auf SARS-Cov-2 getestet werden, um eine Masseninfektion auszuschließen. 17 Bewohnerinnen und Bewohner wurden bereits getestet. Die Kreisärzteschaften Aalen/Ellwangen und Schwäbisch Gmünd haben sich dankenswerterweise bereiterklärt, aus ihren Reihen neun Ärzte für diese Tätigkeit zu stellen. Die Einhaltung der Ausgangs- und Kontaktsperre wird von Einsatzkräften der Polizei überwacht.

Insgesamt sind Stand 5. April 2020 im Ostalbkreis 662 Menschen an Corona erkrankt. 290 sind inzwischen genesen und konnten aus der häuslichen Isolation entlassen werden. Leider muss der Ostalbkreis inzwischen fünf Todesfälle verzeichnen. Aktive Krankheitsfälle: 372. Die aktuellen Entwicklung im Ostalbkreis sehen Sie hier in unseren laufend aktualisierten Grafiken.

Von den aktuell 587 Bewohnerinnen und Bewohner der LEA Ellwangen sind 66 Personen weibliche Alleinreisende, 299 männliche Alleinreisende und 222 im Familienverbund. Ein Großteil kommt aus Nigeria, Irak, Syrien und der Türkei. 

Sieben Bewohner der LEA Ellwangen sind positiv auf SARS-Cov-2 getestet worden. Neben dem zuerst an COVID-19 erkrankten 32-jährigen Mann aus Ghana, der sofort in der LEA in Ellwangen isoliert wurde, sind zwischenzeitlich sechs weitere LEA-Bewohner an COVID-19 erkrankt. Dabei handelt es sich um zwei weitere Männer aus Ghana (32 und 26 Jahre), einen 19-jährigen Mann aus Syrien, zwei Männer aus dem Irak (29 und 25 Jahre) sowie einen 26-jährigen Mann, dessen Herkunft derzeit noch geklärt wird.

© Gmünder Tagespost 05.04.2020 16:36
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Kommentare

Weltmeer

So wie mir bekannt ist, werden nur Personen mit Symptomen getestet (aufgrund der Kapazitäten) und hier werden gleich alle Beschäftigte und Bewohner getestet.

Monika Benninger-Köder

Weltmeer schrieb am 05.04.2020 um 16:52

So wie mir bekannt ist, werden nur Personen mit Symptomen getestet (aufgrund der Kapazitäten) und hier werden gleich alle Beschäftigte und Bewohner getestet.

Das ERWARTE ich auch, dass in so einer Massenunterkunft getestet wird - und zwar  nicht  nur einmal!! Was  gibts daran herumzukritteln ?!  Ist weitaus wichtiger als die alle zu testen, die schon bei einem Schnupfen Panik kriegen.

Weber

Weltmeer schrieb am 05.04.2020 um 16:52

So wie mir bekannt ist, werden nur Personen mit Symptomen getestet (aufgrund der Kapazitäten) und hier werden gleich alle Beschäftigte und Bewohner getestet.

Sehr geehrtes Weltmeer,

wo sonst sind in Deutschland von ca. 800 Menschen gleich 6 positiv?

Diese Quote erreicht nicht einmal Italien oder New York. Damit sollte erklärt sein, weshalb hier entgegen der gängigen Praxis getestet wird.

tsh

wo sonst sind in Deutschland von ca. 800 Menschen gleich 6 positiv?

Bei Ischgl-Skifahrern?

Häberle & Pfleiderer

Vergangenen Samstag habe ich hier geschrieben, dass mir beim Durchfahren in Ellwangen dort die Gruppenbildung der besagten Personen der ehemaligen Pionier Kasernen aufgefallen ist ? und am Donnerstag danach dann die Erkenntnis über die ersten Infektionsfälle ???

Das Gleiche heute im Wental im Bereich Felsenmeer zu beobachten, Gruppen Bildungen so weit man sehen kann, selbst um die Grillplätze wurde schon ordentlich der Sonntag mit entsprechendem gefeiert *** 

auch die sogenannten Streetfighter haben inzwischen wieder auf den Straßen Narrenfreiheit ***

Kontrollen, absolute Fehlanzeige / Kontrollen oder so was Ähnliches ??  nichts zu sehen

und was nützen die Bußgeldandrohungen ?? 

Weber

Häberle & Pfleiderer schrieb am 05.04.2020 um 20:57

Vergangenen Samstag habe ich hier geschrieben, dass mir beim Durchfahren in Ellwangen dort die Gruppenbildung der besagten Personen der ehemaligen Pionier Kasernen aufgefallen ist ? und am Donnerstag danach dann die Erkenntnis über die ersten Infektionsfälle ???

Das Gleiche heute im Wental im Bereich Felsenmeer zu beobachten, Gruppen Bildungen so weit man sehen kann, selbst um die Grillplätze wurde schon ordentlich der Sonntag mit entsprechendem gefeiert *** 

auch die sogenannten Streetfighter haben inzwischen wieder auf den Straßen Narrenfreiheit ***

Kontrollen, absolute Fehlanzeige / Kontrollen oder so was Ähnliches ??  nichts zu sehen

und was nützen die Bußgeldandrohungen ?? 

Auch Häberle und Pfleiderer sollen zuhause bleiben!!

SIPOER

Monika Benninger-Köder schrieb am 05.04.2020 um 17:27

Das ERWARTE ich auch, dass in so einer Massenunterkunft getestet wird - und zwar  nicht  nur einmal!! Was  gibts daran herumzukritteln ?!  Ist weitaus wichtiger als die alle zu testen, die schon bei einem Schnupfen Panik kriegen.

787 Personen einmal testen kostet mindestens 100 000 € Laborkosten.

Rolf Böhm

Weltmeer schrieb am 05.04.2020 um 16:52

So wie mir bekannt ist, werden nur Personen mit Symptomen getestet (aufgrund der Kapazitäten) und hier werden gleich alle Beschäftigte und Bewohner getestet.

Mich würde erstmal interessieren ob das neu hinzugekommene Personen sind die infiziert sind. Deshalb kann wohl auch der Kontaktweg nicht nachvollzogen werden

Frank Menges

Klares Total VERSAGEN des Regierungspräsidium Stuttgart, speziell den Verantwortlichen (Referatsleitern?). Es war schon seit WOCHEN klar, dass das Virus in Einrichtungen (z. B. Altenheim) hindurchfegt. Man hätte vor Wochen bereits die Flüchtlinge in Einzelzimmern unterbringen müssen, die Kapazitäten sind da. Man hat hier klar geschlafen, die Verantwortlichen haben hier klar versagt.

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