Kommentar Ellen Hasenkamp zum Mangel an Schutzmaterial

Zu Lasten Dritter

  • Unsere Autorin Ellen Hasenkamp. Foto: MMH
Der Masken-Mangel bewegt die Gemüter. Eine Million angekommen, 200 000 irgendwo verschollen – solche Zahlen werden inzwischen fast so genau verfolgt wie die neuesten Infektionsmeldungen. Von „Wildwest-Methoden“ auf dem Weltmarkt ist die Rede, von Firmen und Ländern, die noch auf dem Rollfeld eine Ladung Schutzkittel oder einen Container Masken zu ergattern versuchen. Insbesondere die USA stehen am Pranger.

Aber machen wir uns nichts vor: Auch ein nach allen Regeln der ehrbaren Kaufmannskunst abgewickeltes Geschäft ist derzeit ein Geschäft zu Lasten Dritter. Der Mangel an Schutzmaterial betrifft den ganzen Globus und wer etwas kauft, kauft es notwendigerweise einem anderen weg, einem Land etwa, das bei den rasant gestiegenen Preisen nicht mehr mithalten kann. Insbesondere die reichen Staaten stehen daher in der Pflicht, so schnell wie möglich die Eigenproduktion hochzufahren. Weniger Abhängigkeit vom Weltmarkt ist bei kritischen Gütern ja ohnehin angesagt. Es könnte dazu beitragen, dass sich alle auch dann noch in die Augen schauen können, wenn sie darunter längst keine Maske mehr tragen müssen.
© Südwest Presse 06.04.2020 07:45
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