Welle an privaten Insolvenzen

Verbraucherschützer schlagen wegen Corona-Krise Alarm und fordern flexiblere Regelungen.
Linken-Chef Bernd Riexinger hat sich besorgt über einen drohenden Anstieg von Privatinsolvenzen in der Corona-Krise gezeigt und staatliche Hilfen für die Gefährdeten verlangt. „Die ökonomischen Folgen der Pandemie werden sehr viele Menschen hart treffen“, sagte Riexinger am Sonntag. Viele Menschen hätten ihr Einkommen verloren – sie müsse der Staat nun „schnell und unbürokratisch unterstützen“.

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, warnte vor einer Welle von Privatinsolvenzen: „Wenn die Krise länger dauert als ein oder zwei Monate, wird das so kommen“, sagte Müller dem Berliner „Tagesspiegel“. „Dann werden breite Teile der Bevölkerung in finanzielle Not geraten.“

Das Insolvenzrecht sei nicht darauf vorbereitet, dass Menschen in Folge einer Pandemie und nicht wegen einer persönlichen Krise in die Pleite rutschen, sagte Müller. Menschen, die eine Privatinsolvenz durchlaufen, müssten eine jahrelange Wohlverhaltensperiode einhalten – mit strengen Rückzahlungsmodalitäten und Verhaltensvorgaben, kritisierte Müller. „Auch dies passt nicht zu einer Krise wie Covid-19.“ Müller forderte ein „schnelles und effektives Entschuldungsverfahren mit einer Laufzeit von deutlich weniger als drei Jahren“. Außerdem seien flexiblere Maßstäbe nötig. afp
© Südwest Presse 06.04.2020 07:45
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