Kita-Träger sind jetzt gefordert

Zur Schließung der Kitas:

Die derzeitigen Umstände stellen uns pädagogisches Personal vor neue Herausforderungen. Plötzlich waren Kindergärten, Kinderkrippen und Kindertagesstätten geschlossen. Was bedeutet dies für die Kinder, insbesondere für die Unterdreijährigen? Gerade stattgefundene Eingewöhnungen müssen neu gestartet und fortgesetzt werden. Die Kinder haben noch nie so lange die ihnen bekannte und vertraute Einrichtung nicht besucht. Durch die lange Trennung von ihren gewohnten Kindertageseinrichtungen und pädagogischen Fachkräften wird es vielen Kindern künftig schwerfallen, sich von ihren Eltern zu trennen. Kürzlich eingewöhnte Kinder werden eine „Pufferphase“ benötigen, in der nochmals ein paar Schritte im Eingewöhnungsverlauf zurückgedacht und gegangen werden muss.

Anstehende Eingewöhnung müssen zum Kindeswohl verschoben werden. Es gibt keine andere Möglichkeit, wenn die Kinder gut im Krippenalltag Fußfassen sollen. Dies würde bedeuten, dass erste Eingewöhnungen nach zwei bis drei Wochen des Neustarts begonnen werden können. Somit wäre sichergestellt, dass alle Kinder wieder gut angekommen sind und die kürzlich eingewöhnten Kinder ihre benötigte „Pufferphase“ hatten. Natürlich müssen diese Eingewöhnungen auch, nach wie vor, gestaffelt stattfinden.

Fehlende Eingewöhnungen hätten schwerwiegende Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung.

Definitiv lässt sich sagen, dass es unsere oberste Priorität als pädagogische Fachkräfte und pädagogische Einrichtung sein sollte, den Kindern einen guten Neustart nach den Schließungen zu ermöglichen. Nun liegt es an Trägern, Einrichtungen und uns pädagogischen Fachkräften diese neue Herausforderung zum Wohle des Kindes anzugehen.

© Gmünder Tagespost 08.04.2020 20:52
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Hallo Frau Ammerl,

im Moment liegt alles brach. Geschäfte geschlossen, Kurzarbeit, Beurlaubungen, alles bis...irgendwann. Schulen und Kitas geschlossen, zum Schutz. Dies hat, um Leben zu retten und Menschen zu schützen alles seinen Sinn. Sie machen sich nun Sorgen, was aus den Kindern nach dieser "Quarantäne" werden soll? Wie ich durch Sie lese werden sogar UNTER 3-jährige schon in der Kita abgegeben. Vielleicht soll ja dieses Szenario dazu da sein, daß sich die Mütter um ihre eigenen Kinder, unter und über 3 Jahre, kümmern, da sind, sie in den Arm nehmen und, vielleicht, in diesen 3 (?) Monaten eine gute, emotionale Beziehung von der Mutter zu einem kleinen Kind aufgebaut wird, das nie verstanden hat und nie versteht (weil man es ihm noch nicht verbal erklären kann), warum es jeden Tag unter anderen, fremden Menschen verbringen muß. Ich sehe es also positiv, als Glück für das Kind, hat es doch die Mutter in seiner Nähe. Anstatt wie Sie schreiben "pädagogisches Personal". Auch Sie sind von der Schließung Ihres Arbeitsplatzes betroffen wie viele andere auch. Die Kinder werden es überleben und vielleicht glücklich zuhause bei der Mutter sein anstatt morgens zu Fremden abgegeben zu werden.

Ja - die Krise wird einiges verändern. Manchmal, so schlimm es erscheinen mag, auch zum Guten. 

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