Vor 50 Jahren lösten sich die Beatles auf

Acht Jahre nach der Bandgründung geht 1970 die unglaubliche Karriere der Fab Four zu Ende.
  • Die Beatles um 1970 (von links): Paul McCartney, Ringo Starr, John Lennon, George Harrison. Foto: akg-images GmbH
Am 10. April 1970 veröffentlicht Paul McCartney eine Pressemitteilung als „Interview mit sich selbst“: „Vermisst du die Beatles? – Nein. Planst du noch weitere Aufnahmen mit den Beatles? – Nein!“ Das Statement markiert das offizielle Ende der berühmtesten Band der Welt. Doch zu diesem Zeitpunkt sind die „Beatles“ längst Geschichte.

Längst haben sich die vier britischen Musiker auseinandergelebt. Ständige Streitereien, vor allem zwischen McCartney und John Lennon, haben die Band zermürbt. Seit dem letzten Konzert der „Fab Four“ sind vier Jahre vergangen. Aus den witzigen Pilzköpfen aus Liverpool, die mit ihrer lebensfrohen Musik Mitte der 60er Jahre eine weltweite „Beatlemania“ auslösten, sind vier verhärmte Hippies geworden.

Paul McCartney bleibt auch in der Zeit des langsamen Niedergangs der kreative Motor der „Beatles“. Dem smarten Bassisten gelingt es durch diplomatisches Geschick immer wieder, die Band zum Arbeiten in die Aufnahmestudios zu bringen.

Um das Jahr 1966 hat John Lennon innerlich gekündigt, er ist verliebt in die japanisch-amerikanische Künstlerin und Aktivistin Yoko Ono. McCartney treibt indes experimentierfreudig die musikalische Entwicklung der Band voran. Im Studio entsteht das Meisterwerk „Sgt. Pepper‘s Lonely Hearts Club Band“ (1967). Die Spannungen nehmen zu, als Yoko Ono sich bei der Studioarbeit einmischt. Für viele „Beatles“-Fans ist sie bis heute die Hauptverantwortliche für das Auseinanderfallen der Band.

Doch so einfach ist es mit der Schuldfrage nicht, betont Martin Schmidt, Mitinhaber des privaten „Beatles Museums“ in Halle an der Saale: „Das Ende der ,Beatles‘ war ein Zusammenspiel vieler Gründe“, sagt er. Im Frühjahr 1969 nehmen sie ihr letztes Album „Abbey Road“ auf. Sechs Tage bevor es im September erscheint, besiegelt John Lennon faktisch das Ende der „Beatles“. „Ich löse die Band auf. Und das fühlt sich gut an. Wie eine Scheidung“, sagt er seinen Mitmusikern. Zur von den Fans erhofften Wiedervereinigung kommt es nie: Lennon wird 1980 ermordet, Harrison stirbt 2001 an Krebs. epd
© Südwest Presse 09.04.2020 07:45
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