Nektar – Hilfe für Insekten

Wer umsichtig anpflanzt, trägt zum Überleben von Bienen bei.
  • Wer Bienen etwas Gutes tun möchte, setzt auf Blüten mit zugänglichen Staubblättern. Foto: Monika Skolimowska/dpa/dpa-mag

Mit blühenden Topfpflanzen rettet man keine bedrohte Insektenart vor dem Aussterben. Die Möglichkeiten, etwas für Wildbienen oder andere Insekten zu tun, sind auf einem Balkon beschränkt.

Doch wenn in freier Natur und auf Rasenflächen nichts Fressbares zu finden ist, dann sind Nektar und Pollen im Balkonkasten vielleicht ein Rettungsanker. Um Insekten solch eine Hilfe zu bieten, braucht es vor allem dann Blüten, wenn in freier Natur kaum etwas blüht, also möglichst früh und möglichst spät im Jahr.

Sobald die Temperaturen um wenige Grad über Null steigen, kommen die ersten Wildbienen hervor, die mit dem Nestbau beginnen wollen. Für überwinterte Honigbienen müssen die Temperaturen auf über 13 Grad Celcius ansteigen. Der Ausflug erschöpft die ausgehungerten Bienen, doch im Februar finden sie noch keine Nahrung. Ein frühzeitiges Nahrungsgebot kann ein Pflanzgefäß auf dem Balkon liefern, in dem Krokusse, Zwiebel-iris, Primeln, Zwergnarzissen oder Wildtulpen blühen. Etwas später, im April, wird eine kleine Zierkirsche oder ein Zierapfelbäumchen zum Insektenmagnet.

Spätestens ab Mai blühen Beet- und Balkonpflanzen in voller Pracht. Doch nur bei bewusster Auswahl bieten sie Nahrung für Insekten.

Doch wie erkennt man Insektenfutterpflanzen? Blüten, die Nektar enthalten, besitzen eine Röhre, in der sich Zuckersaft befindet. Damit lockt die Pflanze bestäubende Insekten herbei, die mit ihrem Saugrüssel den Nektar aufnehmen. Ein gutes Nektarangebot bieten daher alle Kräuter, die duftende Lippenblüten mit einer tiefen Röhre besitzen: Thymian, Majoran, Rosmarin oder Ysop im Topf sind ideale Futterpflanzen für Insekten.

Unter den Balkonpflanzen, die im Sommer blühen, sind alle für die Insekten wertvoll, die viele Staubblätter mit reichem Pollenbesatz enthalten. Wählt man Blumen für den Sommerflor aus, muss man deshalb auf ungefüllte Blumen achten, in denen viele Staubblätter erkennbar sind.

Bedenken muss man zudem, dass Sommerblumen nur vom späten Frühjahr bis zum Herbst vorhanden sind. Danach wird die Bepflanzung ausgeräumt, weil sie den Winter im Freien nicht überleben würde. Insekten aber brauchen dürre Stängel, in denen sie während der kältesten Wochen des Jahres Schutz finden. Überdauern können sie etwa in den stehengelassenen, dürren Stängeln von mehrjährigen, krautigen Pflanzen.

Rita Köhler

© Gmünder Tagespost 09.04.2020 16:42
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